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Künstliche Sonne mit Krebsrisiko:
Solarien werden zertifiziert
Wegen der Hautkrebsgefahr führt
Deutschland eine Art Gütesiegel für Sonnenstudios ein.
Bonn/Berlin (dpa) - Darauf verständigten
sich Gesundheitsverbände, Politik, Wissenschaft und Hersteller
unter der Regie des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).
Bundesumweltministerium und Bundesamt für Strahlenschutz
stellten das Zertifikat am Montag in Berlin vor.
Es testiert dem Betreiber eines
Solariums, dass er festgelegte Qualitätsstandards erfüllt.
Dazu gehören unter anderem geschultes Personal, geprüfte
und regelmäßig gewartete Geräte sowie zusätzliches
Informationsmaterial zu gesundheitlichen Aspekten der UV-Strahlung.
Zu den Voraussetzungen für die Zertifizierung gehört
ferner auch, dass den Kunden ein auf ihren Hauttyp ausgerichteter
Dosierungsplan erstellt wird.
Damit solle den bei Stichprobentests
am häufigsten gefundenen Mängeln begegnet werden, erläuterte
die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium,
Simone Probst. BfS- Präsident Wolfram König sagte: «Da
es auf diesem Gebiet keine gesetzlichen Regelungen gibt, ist die
erzielte Einigung zur Zertifizierung ein großer Erfolg.»
Institute, die Solarien zertifizieren wollten, könnten sich
ab sofort beim BfS anmelden.
Die Deutsche Krebshilfe appellierte
an Solarien-Kunden, wenn sie schon nicht von der Sonnenbank lassen
könnten, so doch zumindest darauf zu achten, dass das besuchte
Studio auch zertifiziert sei. Experten schätzten, dass auf
Grund des veränderten Freizeitverhaltens der Deutschen mit
Sonnenurlauben und Solariennutzung rund ums Jahr die Zahl der
Hautkrebsfälle jährlich um etwa sieben Prozent steigen
werde.
Mit rund 16 Millionen Solariengängern
seien die Deutschen die Europameister im künstlichen Sonnenbaden,
berichtete die Krebshilfe. Es gebe rund 90.000 kommerzielle Geräte.
Der Umsatz der Sonnenstudios liege bei jährlich gut vier
bis fünf Milliarden Euro. In keinem anderen Land Europas
würden Solarien so intensiv genutzt wie in Deutschland.
Jeder Solariumsbesuch erhöhe
das Hautkrebsrisiko, warnte die Krebshilfe. Zur Bräunung
und zur Steigerung des Wohlbefindens sollte man sich nicht künstlicher
UV-Strahlung aussetzen.
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