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- 02.06.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Zum Wände hochgehen: Künstliche Gecko-Sohlen

Nicht nur Fassadenkletterer werden sich für einneuartiges Klebeband interessieren, dass nach dem Vorbild des Geckos funktioniert.

(jkm) - Nach dem Vorbild des Geckos funktioniert ein Klebeband, das britische und russische Physiker im Fachblatt "Nature Materials" vorstellen. Abertausende winziger Plastikhaare sorgen dabei für Halt, indem sie einen engen Kontakt mit der Unterlage herstellen. Entsprechende "Gecko-Handschuhe" könnten beispielsweise für Bergsteiger oder Fensterreiniger von Nutzen sein, glauben die Forscher, zahlreiche weitere Anwendungen in der Technik seien denkbar.

"Unser Ansatz zeigt einen Weg zur Herstellung selbstreinigender, wiederverwendbarer, trockener Klebstoffe", schreiben Andre Geim von der University of Manchester und seine Kollegen. Allerdings müsse noch an der Stabilität der Plastikhärchen und an Techniken zur Massenproduktion gearbeitet werden, räumen sie ein.

Geckos können nicht nur Wände hochlaufen, sondern auch an einem Bein von der Decke baumeln. Erst kürzlich hatten amerikanische Forscher endgültig klären können, auf welche Weise die Echsen diese Kunststücke bewerkstelligen. An ihren Fußsohlen tragen sie Tausendstel Millimeter feine, verzweigte Haare aus Horn, so genannte Setae, die selbst mit der glattesten Unterlage einen engen Kontakt herstellen. Durch zufällige Elektronenverschiebung kommt es dabei zur elektrostatischen Anziehung. Obgleich diese van der Waals-Kraft extrem schwach ist, entwickelt der gesamte Fuß mit etwa 500.000 Setae insgesamt genügend Haftung.

Geim und sein Team stellten nun ähnliche Strukturen aus dem Kunststoff Polyimid her. Dazu brachten sie winzige Aluminiumscheiben auf eine Polyimid-Unterlage auf und setzten das Material einem Ätzprozess aus. Das Resultat war ein dünner Polyimid-Film, lediglich unter den schützenden Metallscheibchen waren bis zu zwei Mikrometer lange und einige Zehntel Mikrometer feine, biegsame Polyimid-Haare stehen geblieben. Pro Quadratzentimeter konnte diese Material eine Masse von rund 300 Gramm tragen, immerhin ein Drittel der Haftkraft des natürlichen Vorbilds.

Zahlreiche andere Forscher arbeiten ebenfalls an der Herstellung eines "Gecko-Klebers", darunter Bob Full von der University of California in Berkeley. Er zeigt sich beeindruckt von den Resultaten seiner Kollegen: "Anwendungen für das Band sind nahezu unbegrenzt. Es kann nicht nur als Kleber eingesetzt werden, sondern auch, um Computerchips in einem Vakuum zu transportieren, feine Glasfasern zu fassen und neuartige Verbände zu entwickeln. Es ist wie ein Klettverschluss, der mit einer Seite auskommt."

 

 Mehr Informationen:

University of Manchester

nature science update

van der Waals-Kräfte

How do Animals Stick?

Telepolis

vista verde: Bionik

 

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