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- 21.05.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

WHO nimmt Konvention an:

Rauchern wird weltweit der Kampf angesagt

Die Weltgesundheitsorganisation sagt mit einer Anti-Tabak-Konvention den Rauchern in aller Welt den Kampf an.

Genf (dpa) - Rauchern in aller Welt wird seit Mittwoch über Ländergrenzen hinweg der Kampf angesagt. Erstmals in ihrer 54- jährigen Geschichte nahm die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einer Anti-Tabak-Konvention einen Gesundheitsstandard an, der sich in der ganzen Welt durchsetzen soll. Alle 192 Mitgliedstaaten der WHO stimmten dem Regelwerk zu, das nun noch von den einzelnen Ländern ratifiziert werden muss. Es soll die Tabak-Werbung beschränken sowie das Rauchen an öffentlich zugänglichen Plätzen grundsätzlich verbieten. Die Konvention könnte in über einem Jahr wirksam werden.

Die scheidende WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland sprach von einem «historischen Moment für die weltweite Volksgesundheit». Nach Einschätzung der WHO sterben jährlich fünf Millionen Menschen an Krankheiten, die durch das Rauchen verursacht werden. «Heute handeln wir, um Milliarden Leben zu retten», sagte Brundtland. Auch die EU- Kommission stützt die Konvention. «Bewaffnet mit dieser Konvention können wir voranschreiten, um die Tabak-Kontrolle zu einem Eckpfeiler der Gesundheitsschutzes zu machen», sagte EU-Gesundheitskommissar David Byrne.

Deutschland und die USA hatten sich bis zuletzt skeptisch gezeigt, weil sie ein generelles Werbeverbot für Tabakerzeugnisse ablehnen. Sie stimmten dann jedoch auch zu. Die Parlamentarische Staatssekretärin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk (SPD) sagte in Berlin: «Nichtrauchen muss der Normalfall werden - bei uns und auf der ganzen Welt.»

Die Bundesregierung will noch in diesem Jahr ein «Anti-Tabak- Programm» aus gesetzlichen und vorbeugenden Maßnahmen vorlegen. Caspers-Merk sagte, ein totales Werbeverbot lehne die Bundesregierung aus verfassungsrechtlichen Gründen weiter ab. Das schließe jedoch nicht aus, dass im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes weitere Einschränkungen der Tabakwerbung geplant seien. Es sei das erklärte Ziel der Bundesregierung, insbesondere die Raucherquote bei den Jugendlichen in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren von derzeit 28 auf 20 Prozent zu senken.

Die Konvention zielt darauf ab, über die Gefahren des Rauchens aufzuklären und davor zu warnen. Über Steuererhöhungen soll Tabak besonders für Jugendliche zu teuer werden. Werbung und Sponsoring sollen verboten werden. Davon wären auch die großen Formel-1- Veranstaltungen in aller Welt betroffen. Weiter fordert die Konvention, Bezeichnungen wie «mild» oder «light» auf Zigarettenpackungen zu verbieten und die Schädlichkeit des Rauchens durch Aufdrucke angemessen hervorzuheben.

Dem internationalen Tabakschmuggel soll Einhalt geboten werden. Die Konvention kann in Kraft treten, wenn sie von 40 Staaten ratifiziert wird. Nur diese Länder können auch an den Beratungen über die Zusatzprotokolle teilnehmen, die die Maßnahmen im einzelnen noch genau definieren sollen. Die Verhandlungen für das Abkommen waren unter Leitung der WHO im November 2000 aufgenommen worden.

Die Rahmenkonvention sei ein Katalysator und Schlüsselinstrument für die Kontrolle des Rauchens auf nationaler und internationaler Ebene, sagte der Vertreter Griechenlands im Namen der Europäischen Union. Der US-Vertreter sagte, mit dem Abkommen werde die «globale Bedrohung des Rauchens» zu einer Sache der Vergangenheit. Südafrika begrüßte die Verabschiedung der Konvention, weil vor allem Entwicklungsländer Ziel der Tabakindustrie seien.

Im internationalen Vergleich waren die Deutschen mit rund 140 Milliarden verkauften Zigaretten im vergangenen Jahr die fünftgrößte Raucher-Nation. Auf Platz eins liegt China. Dort wurden 1600 Milliarden Zigaretten verkauft. Es folgen die USA (422 Milliarden), Japan (326) und Russland mit 280 Milliarden. Allein in Deutschland belaufen sich die Werbekosten auf rund 300 Millionen Euro im Jahr.

 

 Mehr Informationen:

WHO: Tobacco Free Initiative

BMGS

Rauchen

 

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