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- 20.05.2003 -

 

 

 

 

 


 

Neues Klimamodell: Starke Erwärmung vorausgesagt

Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts könnte die globale Durchschnittstemperatur um 5,5 Grad Celsius steigen, haben Wissenschaftler bei Simulationen mit dem bislang umfassendsten Klimamodell ermittelt.

(jkm) - Wie britische Klimaforscher im Fachblatt "Geophysical Research Letters" berichten, könnten Veränderungen im globalen Kohlenstoffkreislauf und verminderte Sulfatemissionen die Temperaturen stärker ansteigen lassen als bislang vermutet.

Die Vorhersage der Klimaentwicklung ist mit zahlreichen Unsicherheitsfaktoren belastet. Dementsprechend hatte das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) im Jahr 2001 eine Erwärmung der Erdoberfläche um 1,4 bis 5,8 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 prognostiziert. Weitere Simulationen hatten vermuten lassen, der Anstieg könnte eher am oberen Ende dieses Bereichs liegen.

Neben den anthropogenen Kohlendioxid- und Sulfatemissionen haben auch natürliche Faktoren wie Schwankungen der Sonneneinstrahlung, Emissionen durch Vulkanausbrüche und Wechselwirkungen zwischen Klima und Kohlenstoffkreislauf Einfluss auf das Klima. Chris Jones vom Hadley Centre for Climate Prediction and Research und Kollegen integrierten nun erstmals all diese Faktoren in ein Modell.

Wie die Forscher berichten, reproduzierte das Modell den Temperaturverlauf im 20. Jahrhundert und konnte auch den bisherigen Anstieg der Kohlendioxidkonzentration besser nachbilden als bisherige Modelle. Dies belege die Bedeutung der übrigen Faktoren neben den menschlichen CO2-Emissionen. "Die zusätzlichen Triebkräfte verzögern die Verwandlung der terrestrischen Kohlenstoffsenke in eine Quelle um mehr als ein Jahrzehnt", so Jones und Kollegen. Letztlich werde die Erwärmung die Veratmung von Biomasse im Boden aber so sehr beschleunigen, "dass das Land als Kohlenstoffquelle die Ozeane als Senke etwa um das Jahr 2080 herum übertrifft." Die Folge sei ein abrupter Anstieg der CO2-Konzentration.

Sinkende Sulfatemissionen werden gleichzeitig den Kühleffekt durch Aerosole in der Atmosphäre verringern, so die Forscher. Ohne Berücksichtigung der zusätzlichen Faktoren berechnen sie einen Temperaturanstieg um etwa 4 Grad Celsius.

 

 Mehr Informationen:

Hadley Centre for Climate Prediction and Research

IPCC

Max-Planck-Institut für Meteorologie:
Wie kann man Klimaveränderungen vorhersagen?

Potsdam-Insitut für Klimafolgenforschung

 

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