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Neues Klimamodell: Starke Erwärmung
vorausgesagt
Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts
könnte die globale Durchschnittstemperatur um 5,5 Grad Celsius
steigen, haben Wissenschaftler bei Simulationen mit dem bislang
umfassendsten Klimamodell ermittelt.
(jkm) - Wie britische Klimaforscher
im Fachblatt "Geophysical Research Letters" berichten,
könnten Veränderungen im globalen Kohlenstoffkreislauf
und verminderte Sulfatemissionen die Temperaturen stärker
ansteigen lassen als bislang vermutet.
Die Vorhersage der Klimaentwicklung
ist mit zahlreichen Unsicherheitsfaktoren belastet. Dementsprechend
hatte das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) im
Jahr 2001 eine Erwärmung der Erdoberfläche um 1,4 bis
5,8 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 prognostiziert. Weitere Simulationen
hatten vermuten lassen, der Anstieg könnte eher am oberen
Ende dieses Bereichs liegen.
Neben den anthropogenen Kohlendioxid-
und Sulfatemissionen haben auch natürliche Faktoren wie Schwankungen
der Sonneneinstrahlung, Emissionen durch Vulkanausbrüche
und Wechselwirkungen zwischen Klima und Kohlenstoffkreislauf Einfluss
auf das Klima. Chris Jones vom Hadley Centre for Climate Prediction
and Research und Kollegen integrierten nun erstmals all diese
Faktoren in ein Modell.
Wie die Forscher berichten, reproduzierte
das Modell den Temperaturverlauf im 20. Jahrhundert und konnte
auch den bisherigen Anstieg der Kohlendioxidkonzentration besser
nachbilden als bisherige Modelle. Dies belege die Bedeutung der
übrigen Faktoren neben den menschlichen CO2-Emissionen. "Die
zusätzlichen Triebkräfte verzögern die Verwandlung
der terrestrischen Kohlenstoffsenke in eine Quelle um mehr als
ein Jahrzehnt", so Jones und Kollegen. Letztlich werde die
Erwärmung die Veratmung von Biomasse im Boden aber so sehr
beschleunigen, "dass das Land als Kohlenstoffquelle die Ozeane
als Senke etwa um das Jahr 2080 herum übertrifft." Die
Folge sei ein abrupter Anstieg der CO2-Konzentration.
Sinkende Sulfatemissionen werden
gleichzeitig den Kühleffekt durch Aerosole in der Atmosphäre
verringern, so die Forscher. Ohne Berücksichtigung der zusätzlichen
Faktoren berechnen sie einen Temperaturanstieg um etwa 4 Grad
Celsius.
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