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Essen für die Gesundheit?
Funktionelle Lebensmittel immer beliebter
Functional Food - Nahrungsmittel
mit gesundheitsförderndem Nutzen - wird immer beliebter.
Aber sind solche angereicherten Lebensmittel wirklich sinnvoll?
Von Sandra Trauner, dpa
Frankfurt/Main (dpa) - Margarine
gegen den Herzinfarkt. Joghurt für die Darmflora. Mineralwasser
für feste Knochen. Die Liste von Nahrungsmitteln «mit
einem nachgewiesen gesundheitsfördernden Nutzen», in
der Fachsprache Functional Food genannt, wird immer länger.
Sind solche angereicherten Lebensmittel wirklich sinnvoll oder
ist es Bauernfängerei? Diese Frage beschäftigte am Dienstag
hochrangige Experten aus Industrie und Forschung bei der Biotechnologie-Tagung
ACHEMA in Frankfurt.
Eigentlich ist funktionelle Nahrung
ein alter Hut, wie Prof. Gerhard Rechkemmer zugibt, Inhaber eines
Lehrstuhls für Biofunktionalität in Lebensmitteln in
Weihenstephan: «Es sei unumstritten, dass bestimmte Nahrungsmittel
das Krankheitsrisiko senken». Wenn Kalzium das Osteoporose-Risiko
senkt, sind auch mit Kalzium angereicherte Getränke gut für
die Knochen.
Eine Art «natürliches
funktionelles Lebensmittel» ist die Muttermilch: Sie ist
angereichert mit Stoffen, die Babys für ihre Entwicklung
brauchen. Lipide zum Beispiel sind gut für die Gehirnentwicklung.
Die Hersteller von Kindernahrung orientieren sich an den Inhaltsstoffen
der Muttermilch. Auch bei anderen Nahrungsmitteln ist es Rechkemmer
zufolge durchaus möglich, gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe
anzureichern.
Aber nicht alles, was auf dem
Etikett gesund klingt, macht auch Sinn, warnt die Ernährungsphysiologin
Prof. Hannelore Daniel von der TU München. Brot mit Grüntee-Extrakt
oder Quark mit Johanniskraut verkauften sich, «weil das
für den der Verbraucher irgendwie gesund klingt», nicht
weil die Wirkung wissenschaftlich bewiesen wäre.
Detlev Müller von Procter
& Gamble sieht in angereicherten Lebensmitteln auf jeden Fall
«ein gewaltiges Potenzial», das den Menschen ermöglicht,
weniger zu essen und dennoch mehr gesunde Stoffe aufzunehmen.
Funktionelle Nahrungsmittel versprechen dank hoher Preise auch
gute Geschäfte.
Ob Functional Food zum «Megatrend»
wird, liegt an der Gesetzgebung, aber auch nicht unwesentlich
an den Herstellern selbst. Wenn sie das Blaue vom Himmel versprechen
(«hilft gegen Krebs») wird Functional Food eher als
«Mogelpackung» beim Verbraucher ankommen. Wenn die
Produkte nicht halten, was sie versprechen, prophezeit Unilever-Mann
Bockisch ihnen das Schicksal der Light-Welle: «Das war auch
eine gute Sache. Aber sie starb an mangelndem Vertrauen.»
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