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Forscher: Flutkatastrophen wegen Erderwärmung
weiter wahrscheinlich
Wegen des globalen Klimawandels
drohen nach Ansicht deutscher Wissenschaftler auch künftig
Flutkatastrophen wie diejenige im vergangenen Jahr.
Washington/Potsdam (dpa) - Alfred
Becker vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und
Uwe Grünewald von der Technischen Universität Cottbus
warnen im US-Fachjournal «Science» (Bd. 300), dass
die Erderwärmung zu einem intensiveren Wasserkreislauf führe,
die Atmosphäre mehr Feuchtigkeit halten könne und damit
ein höheres Energiepotenzial habe. Mit der Intensität
des Regens nehme auch die Wahrscheinlichkeit von Hochwasser zu.
Für die bedrohten Regionen
schlagen Becker und Grünewald eine Reihe von Schutzmaßnahmen
vor: Reservoir-Systeme sollten bereits an den Oberläufen
der Flüsse das Hochwasser auffangen und kontrollieren. Überflutungsgebiete
in den Tälern und Niederungen müssten angelegt werden.
Um das Hochwasser aufzunehmen, könnten auch Kanäle parallel
zum Hauptstrom angelegt werden.
Die Wissenschaftler kritisieren,
dass die Besiedlung in den Tälern und anderen bedrohten Regionen
Deutschlands weitergehe. Derartige Entwicklungen, vor allem die
Lagerung von Waren und gefährlichen Flüssigkeiten wie
Öl oder verschmutztem Wasser, verstießen gegen bestehende
Bestimmungen und sollten vermieden werden. Becker und Grünewald
fordern auch eine Verbesserung der Frühwarnsysteme, die in
die Europäische Wasserrahmenrichtlinie eingebunden werden
müssten. Die Richtlinie versucht, Problemlösungen zu
vernetzen und zu koordinieren.
Bei der Flutkatastrophe entstand
in Deutschland im vergangenen Jahr ein Schaden von rund neun Milliarden
Euro, 22 Menschen starben, rund 100.000 mussten ihre Häuser
verlassen.
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