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Medizin:
Blaue Blüten gegen Herpes
Gegen Herpes ist ein Kraut
gewachsen, hat eine kanadisch-chinesische Forschergruppe entdeckt.
(jkm) - Die Ähren der Gewöhnlichen
Braunelle enthalten nach Aussage der Forscher eine Verbindung,
die Infektionen mit Herpesviren verhindern oder zumindest die
Symptome lindern kann. Ihre Resultate präsentieren die Mediziner
auf einem Fachkongress in Washington, D.C.
Die Kleine oder Gewöhnliche
Braunelle (Prunella vulgaris) ist auf der Nordhalbkugel weit verbreitet.
In der Kräutermedizin gilt sie als wirksam gegen wunde Schleimhautstellen
in Mund und Rachen und gegen hohen Blutdruck. Song Lee von der
Dalhousie University in Halifax und seine Kollegen isolierten
nun einen Lignin-Kohlehydrat-Komplex aus dem blau blühenden
Kraut, der gegen Herpes simplex-Viren (HSV) wirksam ist.
Wurde Meerschweinchen die Verbindung
als Salbe verabreicht, zeigten diese nach Infektion mit HSV-1
deutlich weniger Hautläsionen, berichten die Forscher auf
dem Treffen der American Society for Microbiology. Versuche an
Mäusen ergaben, dass der Komplex auch das Voranschreiten
von Genitalherpes, hervorgerufen durch HSV-2, bremsen kann.
Offenbar binde der Komplex an
zwei Virusproteine namens gC und gD und stört so Anlagerung
und Eindringen der Herpesviren in Wirtszellen, so Lee und seine
Kollegen. Damit wirke er auf andere Weise als der üblicherweise
gegen Herpesviren eingesetzte Wirkstoff Acyclovir. Da inzwischen
gegen Acyclovir resistente Herpesviren aufgetreten seien, könne
sich der Braunellen-Komplex als umso nützlicher erweisen.
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