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Schwangerschaft: Keine Quecksilber-Gefahr
durch Seefisch
Frauen können in der Schwangerschaft
bedenkenlos Seefisch essen.
(jkm) - Die geringen Mengen Quecksilber,
mit denen der Fisch belastet sein kann, stellen für das Ungeborene
kein messbares Risiko dar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie
mit 643 Kindern, deren Gesundheit über neun Jahre hinweg
beobachtet wurde.
Die Mütter und ihre Kinder
leben auf den Seychellen im Indischen Ozean. Dort verzehren die
Einwohner bis zu 12 Fischmahlzeiten pro Woche - die zehnfache
Menge dessen, die ein durchschnittlicher US-Amerikaner zu sich
nimmt. Dies habe jedoch keine negativen Auswirkungen auf den Nachwuchs,
schreiben britische Forscher jetzt im Magazin "The Lancet".
Die Forscher um den Kinderneurologen
Gary Myers von der University of Rochester stützen sich auf
eigene aktuelle Untersuchungen, die frühere Studien aus den
Jahren 1989 und 1990 - den Geburtsjahren der Kinder - fortschreiben.
Seit den ersten Lebenstagen wurde der Nachwuchs insgesamt fünfmal
untersucht, um eventuelle Schäden durch Quecksilber aufzuspüren.
Dazu wurden die Kinder 21 Tests unterzogen, in denen unter anderem
Intelligenz, Konzentration und motorische Fähigkeiten überprüft
wurden. Zur Erleichterung der Eltern ließen sich keine Quecksilber-Schäden
nachweisen.
"Der Verzehr von Fisch ist
gut für das Herz, aber die potenzielle Quecksilber-Belastung
hat viele Menschen zögern lassen", weiß Myers.
Er gibt Entwarnung: "Wir haben keine Hinweise darauf gefunden,
dass kleine Mengen Quecksilber in Meeresfrüchten gefährlich
sein könnten. Auf den Seychellen, wo Frauen während
der gesamten Schwangerschaft viel Fisch essen, sind die Kinder
gesund."
Wissenschaftler schätzen,
dass rund die Hälfte des Quecksilbers in unserer Umwelt aus
natürlichen Quellen wie etwa Vulkanen stammt. Die andere
Hälfte des Schwermetalls hat die Menschheit selbst freigesetzt.
Durch den Verzehr von Thunfisch, Schwertfisch und Hai kann man
verhältnismäßig viel davon in sich aufnehmen.
Doch obwohl Frauen auf den Seychellen im Vergleich zu US-Amerikanerinnen
ernährungsbedingt die sechsfache Menge Quecksilber im Körper
haben, wird offenbar noch keine gesundheitlich bedenkliche Menge
erreicht.
Dies gelte für Seefisch,
betonen die Forscher. Werde der Fisch dagegen in Flüssen
oder Seen gefangen, könne er lokal bedingt andere Schadstoffe
und höhere Mengen davon enthalten.
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