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- 16.05.2003 -

 

 

 

 

 


 

Schwangerschaft: Keine Quecksilber-Gefahr durch Seefisch

Frauen können in der Schwangerschaft bedenkenlos Seefisch essen.

(jkm) - Die geringen Mengen Quecksilber, mit denen der Fisch belastet sein kann, stellen für das Ungeborene kein messbares Risiko dar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie mit 643 Kindern, deren Gesundheit über neun Jahre hinweg beobachtet wurde.

Die Mütter und ihre Kinder leben auf den Seychellen im Indischen Ozean. Dort verzehren die Einwohner bis zu 12 Fischmahlzeiten pro Woche - die zehnfache Menge dessen, die ein durchschnittlicher US-Amerikaner zu sich nimmt. Dies habe jedoch keine negativen Auswirkungen auf den Nachwuchs, schreiben britische Forscher jetzt im Magazin "The Lancet".

Die Forscher um den Kinderneurologen Gary Myers von der University of Rochester stützen sich auf eigene aktuelle Untersuchungen, die frühere Studien aus den Jahren 1989 und 1990 - den Geburtsjahren der Kinder - fortschreiben. Seit den ersten Lebenstagen wurde der Nachwuchs insgesamt fünfmal untersucht, um eventuelle Schäden durch Quecksilber aufzuspüren. Dazu wurden die Kinder 21 Tests unterzogen, in denen unter anderem Intelligenz, Konzentration und motorische Fähigkeiten überprüft wurden. Zur Erleichterung der Eltern ließen sich keine Quecksilber-Schäden nachweisen.

"Der Verzehr von Fisch ist gut für das Herz, aber die potenzielle Quecksilber-Belastung hat viele Menschen zögern lassen", weiß Myers. Er gibt Entwarnung: "Wir haben keine Hinweise darauf gefunden, dass kleine Mengen Quecksilber in Meeresfrüchten gefährlich sein könnten. Auf den Seychellen, wo Frauen während der gesamten Schwangerschaft viel Fisch essen, sind die Kinder gesund."

Wissenschaftler schätzen, dass rund die Hälfte des Quecksilbers in unserer Umwelt aus natürlichen Quellen wie etwa Vulkanen stammt. Die andere Hälfte des Schwermetalls hat die Menschheit selbst freigesetzt. Durch den Verzehr von Thunfisch, Schwertfisch und Hai kann man verhältnismäßig viel davon in sich aufnehmen. Doch obwohl Frauen auf den Seychellen im Vergleich zu US-Amerikanerinnen ernährungsbedingt die sechsfache Menge Quecksilber im Körper haben, wird offenbar noch keine gesundheitlich bedenkliche Menge erreicht.

Dies gelte für Seefisch, betonen die Forscher. Werde der Fisch dagegen in Flüssen oder Seen gefangen, könne er lokal bedingt andere Schadstoffe und höhere Mengen davon enthalten.

 

 Mehr Informationen:

University of Rochester Medical Center

Umweltbelastung durch Quecksilber

 

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