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- 14.05.2003 -

 

 

 

 

 


 

Tauchen: See-Nomaden sehen besser

Eine erstaunliche Technik erlaubt es südostasiatischen Nomaden des Meeres, auch unter Wasser relativ scharf zu sehen.

(jkm) - Statt Tauchmasken aufzusetzen, reizen die Moken, eine zwei Drittel des Jahres auf Booten lebende und vollständig vom Meer abhängige Volksgruppe in Südostasien, die Fähigkeiten des menschlichen Auges voll aus. Das berichten schwedische Forscherinnen im Fachblatt "Current Biology".

"An der Luft trägt die gekrümmte Oberfläche der Hornhaut zwei Drittel zur Brechkraft des Auges bei", erläutern Anna Gislén von der Universität Lund und ihre Kolleginnen. Da Wasser jedoch einen ähnlichen Brechungsindex wie das Augeninnere aufweise, verringere sich beim Tauchen ohne Maske die Brechkraft und damit die Fähigkeit zum scharfen Sehen.

Dies hält die Moken jedoch nicht davon ab, auch ohne Tauchmasken kleine und gut getarnte Muscheln, Schnecken und anderes Getier am Meeresgrund aufzuspüren. Gislén und ihre Kolleginnen gingen dieser verblüffenden Fähigkeit nach, indem sie Kinder von Moken und europäischen Urlaubern untersuchten.

An Land wiesen alle Kinder eine ähnliche Sehschärfe auf, unter Wasser konnten die Moken-Kinder jedoch zweimal schärfer sehen als ihre Altersgenossen. Infrarotaufnahmen enthüllten, dass sich ihre Pupillen im Wasser auf weniger als zwei Millimeter verengten, während es bei den europäischen Kindern nur 2,5 Millimeter waren. Ähnlich wie bei Kameras und Fotoapparaten bringt diese engere Blendenweite einen Schärfegewinn.

Damit nicht genug: Unter Wasser stellten die Moken-Kinder ihre Augen zudem auf Nahsicht. Die Brechkraft der Linsen erreichte dabei 15 bis 16 Dioptrien und damit die Grenze der menschlichen Leistungsfähigkeit. "Diese extreme Reaktion - für Moken-Kinder reine Routine - fehlt bei europäischen Kindern vollkommen", schreiben Gislén und ihre Kolleginnen. Ihrer Ansicht nach handelt es sich jedoch nicht um eine genetische Anpassung, sondern um eine erlernte Technik. Um diese Theorie zu überprüfen, trainieren sie derzeit mit europäischen Kindern.

 

 Mehr Informationen:

Anna Gislén: Underwater vision in the diving peoples of south-east Asia

Questions about Eyes: Underwater eyes in animals

Wanderer der Meere

The Moken - Sea Gypsies

Unesco

 

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