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Finnland: Rodung mobilisiert Quecksilber
Durch intensive Forstwirtschaft
kann im Waldboden gespeichertes Quecksilber freigesetzt werden.
(jkm) - Forstwirtschaftliche Techniken
können im Waldboden gespeichertes Quecksilber mobilisieren,
berichten finnische und schwedische Forscher im Fachblatt "Environmental
Science & Technology". Demnach ließen die Rodung
eines Nadelwaldes und die nachfolgende Bodenbearbeitung den Quecksilbergehalt
in den Abflüssen aus dem Gebiet deutlich ansteigen. Der Effekt
hielt über mehrere Jahre an.
Petri Porvari von der Universität
Helsinki und seine Kollegen analysierten oberirdische Abflüsse
aus einem kleinen Fichtenwald in Südfinnland. Boreale Waldböden
seien effektive Senken für atmosphärisches Quecksilber,
erläutert der Forscher. Bislang sei jedoch nur wenig darüber
bekannt, welche Faktoren die Freisetzung des giftigen Schwermetalls
aus den Böden kontrollieren.
Nachdem der Wald gerodet worden
war, stieg der Gesamtquecksilber-Gehalt im abfließenden
Wasser ein Jahr lang an und blieb dann auf hohem Niveau. Verstärkt
wurde der Effekt durch eine Bearbeitungstechnik, die das Wachstum
neuer Bäume fördern soll: Dabei wird der Boden regelrecht
gepflügt, um die Feuchtigkeit im aufgeworfenen Erdreich zu
reduzieren und gleichzeitig dessen Temperatur zu erhöhen.
Derzeit gehen die Messungen ins vierte Jahr, und immer noch werden
deutlich erhöhte Werte registriert.
Auch die Konzentrationen von Methylquecksilber
stiegen nach der Rodung, allerdings erreichten sie ihr Maximum
erst im zweiten Jahr. "Dies ist der interessanteste Teil
der Studie", sagt Porvari. Hier mache sich die fehlende Wasserverdunstung
durch die Bäume bemerkbar. Mit dem steigenden Wassergehalt
des Bodens verringere sich dessen Durchlüftung. Dies schaffe
wiederum ideale Bedingungen für anaerobe Bakterien, die Quecksilber
methylierten, um Stoffwechselenergie zu gewinnen.
Methylquecksilber und andere organische
Quecksilberverbindungen sind fettlöslich und reichern sich
daher besonders leicht in Organismen an, beispielsweise in Fischen.
Die Bedeutung von Rodungen für den Quecksilbereintrag in
Seen und Flüsse lasse sich jedoch nicht pauschal abschätzen,
so Porvari. Im Einzelfall müssten immer die atmosphärischen
Einträge sowie die gesamte Einzugsfläche des Gewässers
berücksichtigt werden.
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