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- 13.05.2003 -

 

 

 

 

 


 

Finnland: Rodung mobilisiert Quecksilber

Durch intensive Forstwirtschaft kann im Waldboden gespeichertes Quecksilber freigesetzt werden.

(jkm) - Forstwirtschaftliche Techniken können im Waldboden gespeichertes Quecksilber mobilisieren, berichten finnische und schwedische Forscher im Fachblatt "Environmental Science & Technology". Demnach ließen die Rodung eines Nadelwaldes und die nachfolgende Bodenbearbeitung den Quecksilbergehalt in den Abflüssen aus dem Gebiet deutlich ansteigen. Der Effekt hielt über mehrere Jahre an.

Petri Porvari von der Universität Helsinki und seine Kollegen analysierten oberirdische Abflüsse aus einem kleinen Fichtenwald in Südfinnland. Boreale Waldböden seien effektive Senken für atmosphärisches Quecksilber, erläutert der Forscher. Bislang sei jedoch nur wenig darüber bekannt, welche Faktoren die Freisetzung des giftigen Schwermetalls aus den Böden kontrollieren.

Nachdem der Wald gerodet worden war, stieg der Gesamtquecksilber-Gehalt im abfließenden Wasser ein Jahr lang an und blieb dann auf hohem Niveau. Verstärkt wurde der Effekt durch eine Bearbeitungstechnik, die das Wachstum neuer Bäume fördern soll: Dabei wird der Boden regelrecht gepflügt, um die Feuchtigkeit im aufgeworfenen Erdreich zu reduzieren und gleichzeitig dessen Temperatur zu erhöhen. Derzeit gehen die Messungen ins vierte Jahr, und immer noch werden deutlich erhöhte Werte registriert.

Auch die Konzentrationen von Methylquecksilber stiegen nach der Rodung, allerdings erreichten sie ihr Maximum erst im zweiten Jahr. "Dies ist der interessanteste Teil der Studie", sagt Porvari. Hier mache sich die fehlende Wasserverdunstung durch die Bäume bemerkbar. Mit dem steigenden Wassergehalt des Bodens verringere sich dessen Durchlüftung. Dies schaffe wiederum ideale Bedingungen für anaerobe Bakterien, die Quecksilber methylierten, um Stoffwechselenergie zu gewinnen.

Methylquecksilber und andere organische Quecksilberverbindungen sind fettlöslich und reichern sich daher besonders leicht in Organismen an, beispielsweise in Fischen. Die Bedeutung von Rodungen für den Quecksilbereintrag in Seen und Flüsse lasse sich jedoch nicht pauschal abschätzen, so Porvari. Im Einzelfall müssten immer die atmosphärischen Einträge sowie die gesamte Einzugsfläche des Gewässers berücksichtigt werden.

 

 Mehr Informationen:

Umweltbelastung durch Quecksilber

vista verde: Wald

 

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