|
UN-Bericht: Umweltverbesserung in Europa
- Aber zu viel Müll
Der Zustand der Umwelt in Europa
hat sich einem UN- Bericht zufolge im vergangenen Jahrzehnt gebessert.
Genf (dpa) - Allerdings werde
immer noch zu viel Müll produziert, und die Luft- und Wasserqualität
sei noch unbefriedigend, heißt es in einem am Montag in
Genf veröffentlichten Bericht der UN-Wirtschaftskommission
für Europa (UNECE). In Westeuropa habe die Produktion von
ozonabbauenden Stoffen zwar um fast 90 Prozent abgenommen, allerdings
werde der EU- Zielwert für bodennahes Ozon in vielen europäischen
Städten überschritten, heißt es weiter.
Der Ausstoß der giftigen
Metalle Cadmium, Blei und Quecksilber ging in den 90er Jahren
demnach um 60 Prozent zurück. Beim Abfallmanagement hätten
umweltpolitische Maßnahmen jedoch nicht zu wesentlichen
Erfolgen und einer schonenderen Nutzung natürlicher Ressourcen
geführt. Mehr als drei Milliarden Tonnen Abfall würden
in Europa jedes Jahr erzeugt. Das entspricht 3,8 Tonnen pro Kopf
in Westeuropa, 4,4 Tonnen pro Kopf in Mittel- und Osteuropa und
6,3 Tonnen pro Kopf in den Kaukasus- und zentralasiatischen Staaten.
Auch bei der Wasserqualität
wurden laut UN-Wirtschaftskommission Verbesserungen erzielt. Aber
31 Prozent der Bevölkerung Europas leben in Ländern,
in denen mehr als 20 Prozent der jährlichen Wasserressourcen
verbraucht werden. Die Bodenversiegelung nimmt dem Bericht zufolge
besonders in Westeuropa zu. Dort schreite die Flächenbebauung
schneller voran als das Bevölkerungswachstum. Etwa 17 Prozent
der gesamten Landfläche Europas sei zudem von Erosion betroffen.
Der Energieverbrauch nahm in
Westeuropa zwischen 1992 und 1999 um acht Prozent zu, stellt die
Kommission in ihrem Bericht fest. In Zentralasien fiel er demnach
um 26 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen am Gesamtenergieverbrauch
in Europa stieg von 4,5 Prozent 1992 auf 5,6 Prozent 1999. In
Westeuropa ist der Verkehrssektor der zweit größte
Energiekonsument (30 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs). Das
Frachtvolumen in Mittel- und Osteuropa nimmt seit Mitte der 90er
Jahr erneut zu. Der Personenverkehr befindet sich wieder auf dem
Stand von 1990 und steigt schnell an.
Die Studie befasst sich mit 52
Ländern einschließlich der GUS- Staaten. Sie wurde
für die Ministerkonferenz in Kiew erarbeitet, die vom 21.
bis 23. Mai unter der Schirmherrschaft der UNECE stattfindet.
Entsprechende Berichte waren bereits 1995 und 1998 veröffentlicht
worden.
|