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Fossilien:
Fliegen besiedelten einst die Antarktis
In der Antarktis fühlen
sich nur Pinguine und Seerobben richtig wohl. Vor Millionen Jahren
aber müssen auch Fliegen über den Kontinent geschwirrt
sein.
(jkm) - Für diese Vermutung
haben zwei amerikanische Forscher jetzt einen Beleg gefunden.
Im Magazin "Nature" präsentieren sie die fossilen
Überreste einer verpuppten Fliegenlarve. Die vollständige
Puppe könnte einmal 5 bis 7 Millimeter lang gewesen sein.
Nach Meinung der Forscher ist ihr Fund den höher entwickelten
Fliegen der Gruppe Schizophora zuzuordnen. Allerdings lasse sich
keine genaue Familie bestimmen, schreiben Allan Ashworth von der
North Dakota State University in Fargo und Christian Thompson
von der Smithsonian Institution in Washington. Das winzige Fossil
stammt vom Rande des Beardmore-Gletschers, nur 500 Kilometer vom
Südpol entfernt gelegen.
Wo sich heutzutage eine eiskalte,
aber trockene Wüstenlandschaft erstreckt, habe einst ein
See gelegen, sagen Ashworth und Thompson. Zumindest in den Sommermonaten
sei der See eisfrei geblieben; Algen, Fische und allerlei Weichtiere
seien dort heimisch gewesen. In diesem Umfeld könnten auch
die Fliegen existiert haben, glauben die Forscher.
Die Fliegen könnten vor 3
bis 15 Millionen Jahren von Südamerika aus die milden Regionen
der Antarktis besiedelt haben. Möglicherweise lebten ihre
Vorläufer aber auch schon auf dem Urkontinent Gondwana. Dieser
zerfiel vor 160 bis 120 Millionen Jahren in die heutigen Südkontinente.
Die Antarktis verlor ihre letzte Verbindung zum südamerikanischen
Kontinent vor etwa 23,5 Millionen Jahren. Danach könnten
sich in der Antarktis Fliegenarten über viele Millionen Jahre
hinweg isoliert entwickelt haben. Die Forscher hoffen auf weitere
Funde, die die Evolution der Fliegen aufklären helfen.
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