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Schadstoffe: Archiv auf dem Dachboden
Selten betretene Dachkammern
können Aufschluss über Luftschadstoffe in längst
vergangenen Zeiten geben.
(jkm) - Mit der Staubschicht auf
ausrangiertem Mobiliar und Spielzeug wächst auch ein Archiv
der Schadstoff-Einträge, etwa aus dem Straßenverkehr
und Kernwaffentests. Das berichten amerikanische Forscher im Fachblatt
"Atmospheric Environment".
"Es ist ein grober, aber
zuverlässiger Indikator für die Luftverschmutzung in
der Vergangenheit", so Paul Lioy von der Rutgers University
in Piscataway gegenüber der Online-Ausgabe des Magazins "Nature".
Er und seine Kollegen kämpften sich durch staubige Dachkammern
in bis zu 120 Jahre alten Häusern der Gemeinde Dover im US-Bundesstaat
New Jersey.
Staub aus über 20 Jahre alten
Häusern enthielt deutlich mehr Blei als Staub aus jüngeren
Häusern. Bis in die 80er-Jahre wurde Blei als Antiklopfmittel
in Benzin eingesetzt. Und tatsächlich passte der zeitliche
Verlauf der Blei-Konzentration im Staub, über Jahrzehnte
betrachtet, relativ gut zu den Blei-Emissionen aus dem Straßenverkehr,
fanden die Forscher.
Zudem stieg die Konzentration
des radioaktiven Isotops Cäsium-137 mit dem Alter der Häuser
an. Laut Lioy und seinen Kollegen könnte dies "primär
durch die Muster radioaktiven Fallouts erklärt werden, der
als Resultat oberirdischer Kernwaffentests in den 50er- und 60er-Jahren
auftrat."
Eine nahe gelegenes Kernkraftwerk
schließen sie dagegen als Quelle aus, da sich keine Spuren
von radioaktivem Strontium oder Iod fanden und ähnliche Cäsium-Konzentrationen
auch in einer weit entfernten Gemeinde zu messen waren. Eine Häufung
von Krebsfällen bei Kindern in Dover sei daher wahrscheinlich
nicht auf Emissionen des Kraftwerks zurückzuführen.
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