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WHO: «Empörend
hohe» Malaria-Rate in Afrika
Die Weltgesundheitsorganisation
WHO und das Kinderhilfswerk UNICEF haben die «empörend
hohe» Todesrate durch Malaria in Afrika angeprangert.
London (dpa) - «Alle 30
Sekunden tötet Malaria ein afrikanisches Kind», sagte
UNICEF-Direktorin Carol Bellamy am Freitag bei einer Konferenz
in London. «Wir haben das Wissen und das Potenzial, unser
Ziel zu erreichen und die weltweite Last der Malaria bis 2010
um die Hälfte zu verringern, aber wir brauchen viel mehr
Geld und politisches Engagement.» Die WHO-Generaldirektorin
Gro Harlem Brundtland kritisierte, dass immer noch 3000 afrikanische
Kinder pro Tag an Malaria sterben müssten, obwohl längst
wirksame Medikamente dagegen zur Verfügung stünden.
«Malaria hat Afrika immer
fester im Griff», sagte Brundtland. «Indem wir unsere
Anstrengungen verstärken, können wir diesen Trend umkehren.»
Das sei nur eine Frage des Geldes und des politischen Willens.
Die WHO fordert, dass das Medikament ACT - eine Medikamenten-Kombination
auf der Grundlage der chinesischen Pflanze Artemisia - in großem
Maßstab in Afrika verbreitet wird. Zusammen mit anderen
Medikamenten könne ACT die Malaria-Symptome binnen drei Tagen
verschwinden lassen, wenn die Behandlung rechtzeitig beginne.
In einigen afrikanischen Ländern
sei das Medikament schon mit großem Erfolg eingesetzt worden.
So sei die Sterberate in der südafrikanischen Provinz KwaZulu
Natal um 80 Prozent zurückgegangen. Eine Dosis ACT koste
jedoch 1,50 Dollar (1,4 Euro) - unerschwinglich für Millionen
Afrikaner. Deshalb werde vielfach immer noch das billigere Chloroquin
verabreicht, gegen das die Krankheitserreger mittlerweile meist
resistent seien. «Was würden Sie eher tun», fragte
der Tropenmediziner Prof. Nick White. «Geld für alte
Medikamente verschwenden, von denen man weiß, dass sie nicht
helfen, oder eine teurere Behandlung finanzieren, die Leben rettet?»
Die Kosten für ACT-Therapien
in ganz Afrika werden auf 100 bis 200 Millionen Dollar geschätzt.
Zur Vorbeugung gegen Malaria fordert die WHO die Verbreitung «höchst
effektiver» Moskitonetze, die mit Insektengift gegen Malaria-Mücken
präpariert worden sind.
Etwa 20 Prozent der Weltbevölkerung
- vor allem in den ärmsten afrikanischen Ländern - sind
einer Studie von UNICEF und WHO zufolge dem Risiko ausgesetzt,
sich mit Malaria zu infizieren. Die Zahl der Erkrankungen hatte
sich zwischen den 70er und 90er Jahren vervierfacht.
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