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- 25.04.2003 -

 

 

 

 

 


 

WHO: «Empörend hohe» Malaria-Rate in Afrika

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk UNICEF haben die «empörend hohe» Todesrate durch Malaria in Afrika angeprangert.

London (dpa) - «Alle 30 Sekunden tötet Malaria ein afrikanisches Kind», sagte UNICEF-Direktorin Carol Bellamy am Freitag bei einer Konferenz in London. «Wir haben das Wissen und das Potenzial, unser Ziel zu erreichen und die weltweite Last der Malaria bis 2010 um die Hälfte zu verringern, aber wir brauchen viel mehr Geld und politisches Engagement.» Die WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland kritisierte, dass immer noch 3000 afrikanische Kinder pro Tag an Malaria sterben müssten, obwohl längst wirksame Medikamente dagegen zur Verfügung stünden.

«Malaria hat Afrika immer fester im Griff», sagte Brundtland. «Indem wir unsere Anstrengungen verstärken, können wir diesen Trend umkehren.» Das sei nur eine Frage des Geldes und des politischen Willens. Die WHO fordert, dass das Medikament ACT - eine Medikamenten-Kombination auf der Grundlage der chinesischen Pflanze Artemisia - in großem Maßstab in Afrika verbreitet wird. Zusammen mit anderen Medikamenten könne ACT die Malaria-Symptome binnen drei Tagen verschwinden lassen, wenn die Behandlung rechtzeitig beginne.

In einigen afrikanischen Ländern sei das Medikament schon mit großem Erfolg eingesetzt worden. So sei die Sterberate in der südafrikanischen Provinz KwaZulu Natal um 80 Prozent zurückgegangen. Eine Dosis ACT koste jedoch 1,50 Dollar (1,4 Euro) - unerschwinglich für Millionen Afrikaner. Deshalb werde vielfach immer noch das billigere Chloroquin verabreicht, gegen das die Krankheitserreger mittlerweile meist resistent seien. «Was würden Sie eher tun», fragte der Tropenmediziner Prof. Nick White. «Geld für alte Medikamente verschwenden, von denen man weiß, dass sie nicht helfen, oder eine teurere Behandlung finanzieren, die Leben rettet?»

Die Kosten für ACT-Therapien in ganz Afrika werden auf 100 bis 200 Millionen Dollar geschätzt. Zur Vorbeugung gegen Malaria fordert die WHO die Verbreitung «höchst effektiver» Moskitonetze, die mit Insektengift gegen Malaria-Mücken präpariert worden sind.

Etwa 20 Prozent der Weltbevölkerung - vor allem in den ärmsten afrikanischen Ländern - sind einer Studie von UNICEF und WHO zufolge dem Risiko ausgesetzt, sich mit Malaria zu infizieren. Die Zahl der Erkrankungen hatte sich zwischen den 70er und 90er Jahren vervierfacht.

 


© Universitätsklinikum Heidelberg

Anopheles-Stechmücken

 

 Mehr Informationen:

Malaria-Portal der WHO

UNICEF

Malaria

 

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