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Gesundheit:
Auch niedrige Bleispiegel mindern Intelligenz
Selbst als unbedenklich geltende
Bleikonzentrationen im Blut wirken sich negativ auf die intellektuellen
Fähigkeiten von Kindern aus.
(jkm) - Dies berichten amerikanische
Forscher im "New England Journal of Medicine". Gerade
im Bereich der derzeit vorherrschenden Spiegel ist der Effekt
demnach besonders ausgeprägt.
Richard Canfield von der Cornell
University in Ithaca, New York, und seine Kollegen verfolgten
den Werdegang von 172 Kindern bis zu einem Alter von fünf
Jahren. In regelmäßigen Abständen wurde das Blut
der Kinder analysiert, im Alter von drei und fünf Jahren
zudem ein Intelligenztest durchgeführt. Unter Berücksichtigung
mehrerer Einflussfaktoren lagen die IQ-Werte der Kinder mit 10
Mikrogramm Blei pro Deziliter Blut etwa sieben Punkte unter denen
von Kindern mit nur 1 Mikrogramm pro Deziliter.
Der Wert der als vertretbar geltenden
Bleikonzentration wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach
gesenkt. Derzeit gehen die Kommission Human-Biomonitoring des
Umweltbundesamtes und die amerikanischen Centers for Disease Control
and Prevention (CDC) übereinstimmend davon aus, dass bis
zu einer Konzentration von 10 Mikrogramm Blei pro Deziliter Blut
mit keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung zu rechnen ist.
"Bei dieser Gruppe von Kindern
fanden wir, dass die stärkste Minderung der intellektuellen
Funktionen bei Bleispiegeln unter 10 Mikrogramm pro Deziliter
eintritt", erläutert Canfield. Mit einer weiteren Erhöhung
der Spiegel bis zu 30 Mikrogramm pro Deziliter sei eine nur geringe
zusätzliche Beeinträchtigung festzustellen gewesen.
Laut Umweltbundesamt weisen in
Deutschland derzeit 95 Prozent der Kinder zwischen sechs und zwölf
Jahren Bleispiegel unter 6 Mikrogramm pro Deziliter Blut auf.
"Unsere Studie lässt vermuten, dass es keine deutliche
Schwelle für die schädlichen Effekte der Blei-Exposition
gibt und sehr viel mehr Kinder als bisher angenommen durch dieses
Toxin beeinträchtigt werden", erklärt Canfields
Kollege Bruce Lanphear vom Cincinnati Children's Hospital. Umso
wichtiger seien weitere Präventionsmaßnahmen.
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