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- 17.04.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Gesundheit:

Auch niedrige Bleispiegel mindern Intelligenz

Selbst als unbedenklich geltende Bleikonzentrationen im Blut wirken sich negativ auf die intellektuellen Fähigkeiten von Kindern aus.

(jkm) - Dies berichten amerikanische Forscher im "New England Journal of Medicine". Gerade im Bereich der derzeit vorherrschenden Spiegel ist der Effekt demnach besonders ausgeprägt.

Richard Canfield von der Cornell University in Ithaca, New York, und seine Kollegen verfolgten den Werdegang von 172 Kindern bis zu einem Alter von fünf Jahren. In regelmäßigen Abständen wurde das Blut der Kinder analysiert, im Alter von drei und fünf Jahren zudem ein Intelligenztest durchgeführt. Unter Berücksichtigung mehrerer Einflussfaktoren lagen die IQ-Werte der Kinder mit 10 Mikrogramm Blei pro Deziliter Blut etwa sieben Punkte unter denen von Kindern mit nur 1 Mikrogramm pro Deziliter.

Der Wert der als vertretbar geltenden Bleikonzentration wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach gesenkt. Derzeit gehen die Kommission Human-Biomonitoring des Umweltbundesamtes und die amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) übereinstimmend davon aus, dass bis zu einer Konzentration von 10 Mikrogramm Blei pro Deziliter Blut mit keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung zu rechnen ist.

"Bei dieser Gruppe von Kindern fanden wir, dass die stärkste Minderung der intellektuellen Funktionen bei Bleispiegeln unter 10 Mikrogramm pro Deziliter eintritt", erläutert Canfield. Mit einer weiteren Erhöhung der Spiegel bis zu 30 Mikrogramm pro Deziliter sei eine nur geringe zusätzliche Beeinträchtigung festzustellen gewesen.

Laut Umweltbundesamt weisen in Deutschland derzeit 95 Prozent der Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren Bleispiegel unter 6 Mikrogramm pro Deziliter Blut auf. "Unsere Studie lässt vermuten, dass es keine deutliche Schwelle für die schädlichen Effekte der Blei-Exposition gibt und sehr viel mehr Kinder als bisher angenommen durch dieses Toxin beeinträchtigt werden", erklärt Canfields Kollege Bruce Lanphear vom Cincinnati Children's Hospital. Umso wichtiger seien weitere Präventionsmaßnahmen.

 

 Mehr Informationen:

Umweltbundesamt: Referenz- und Human- Biomonitoring-Werte

 

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