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Experten rätseln: Dürre in
Deutschland und Regen am Mittelmeer
Die lange Trockenheit in Deutschland
und die häufigen Unwetter rund um das Mittelmeer geben Forschern
Rätsel auf.
Frankfurt/Main (dpa) - «Der
dritte trockene Monat in Folge, das ist schon auffällig»,
sagte der Frankfurter Klimaforscher Prof. Christian Schönwiese
in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa)
in Frankfurt. Ein langfristiger Trend lasse sich aus dem aktuellen
Wettergeschehen jedoch nicht erkennen.
«Es kann eine Laune des
Wetters sein», sagte Schönwiese, der am Institut für
Meteorologie und Geophysik der Frankfurter Universität lehrt
und unter anderem über den menschlichen Einfluss auf das
Klima forscht. Sonst sei vor allem der April eher wechselhaft,
aber deutlich feuchter als in diesem Jahr.
Das zur Zeit für Deutschland
wetterbeherrschende, sehr stabile Hochdruckgebiet über Nordeuropa
lenkt die Schlechtwettergebiete nach den Erklärungen der
Meteorologen nach Norden und Süden ab. Folgen davon sind
heftige Niederschläge im Mittelmeerraum. So gab es am Montag
auf der Iberischen Halbinsel schwere Regengüsse, auf den
Kanarischen Inseln richteten Unwetter, bei denen ein Deutscher
ums Leben kam, verheerende Schäden an. Für Algerien
wurden Überschwemmungen am Dienstag vorhergesagt. In Deutschland
dagegen warten Landwirte seit Wochen auf Regen.
Generell stellen die Experten
in Deutschland einen Trend zum Rückgang der Niederschläge
eher im Frühjahr und Sommer fest - trotz sommerlicher Hochwasser.
In den vergangenen 100 Jahren sei der März dagegen eher nasser
geworden - «dieses Jahr ist ein Ausreißer»,
sagte Schönwiese.
Für eine Häufung extremer
Wetterereignisse gebe es Indizien, vor allem bei winterlichen
Niederschlägen. Im Auftrag des Umweltbundesamts untersucht
Schönwiese, ob Starkregenfälle, Stürme, extreme
Temperaturen oder Trockenheit in Deutschland häufiger auftreten
als früher. In zwei Jahren soll die Untersuchung abgeschlossen
sein.
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