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- 10.04.2003 -

 

 

 

 

 


 

Potsdamer Forscher:

Ozonabbau im Winter schneller als erwartet

Der Abbau der Ozonschicht über der Arktis läuft in kalten Wintern schneller ab als bislang bekannt.

Potsdam/Bremerhaven (dpa) - Das haben Wissenschaftler der Potsdamer Forschungsstelle des Alfred- Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) gemeinsam mit US-Kollegen beobachtet. Eine genaue Erklärung für das Phänomen gebe es noch nicht, berichten sie jetzt im Fachjournal «Geophysical Research Letters». Vieles deute aber darauf hin, «dass auch dieser zusätzliche Ozonverlust in Zusammenhang mit den FCKW und anderen vom Menschen gemachten Halogenverbindungen steht», sagte AWI-Forscher Markus Rex in Potsdam.

Die Produktion dieser Substanzen ist zwar inzwischen weltweit nahezu verboten. Sie bleiben aber auf Grund ihrer langen Lebensdauer noch einige Jahrzehnte in der Atmosphäre. Verantwortlich für den Ozonverlust über der Arktis sind FCKW-Abbauprodukte, tiefe Temperaturen in der Stratosphäre - in etwa 12 bis 40 Kilometern Höhe - sowie das Sonnenlicht. Die extreme Kälte im polaren Winter wandelt dabei zunächst FCKW-Abbauprodukte in Ozon zerstörende Substanzen um. Der eigentliche Ozonabbau sollte nach derzeitigem Wissensstand aber erst im intensiven Sonnenlicht des Frühjahrs effektiv ablaufen, also nicht, wie sich jetzt herausstellte, mitten im dunklen arktischen Winter.

Um die jahreszeitliche Entwicklung des Ozonabbaus genau zu messen, hatte das AWI im vergangenen Jahrzehnt mehrere internationale Messkampagnen organisiert. Dazu wurden tausende Sonden von 35 Messstationen in der Arktis gestartet. Sie bestehen aus einem kleinen Ozonsensor, der an einem mit Helium gefüllten Ballon bis in eine Höhe von etwa 30 Kilometern aufsteigt. In der jetzt publizierten Studie wurden diese Messungen mit Modellrechnungen und Daten zweier amerikanischer Satelliten kombiniert. Dabei zeigte sich, dass es - entgegen früheren Annahmen - bereits im Dämmerlicht des Januars, wenn die Sonne nach der Polarnacht gerade wieder über den arktischen Horizont steigt, zu erheblichen Ozonverlusten kommt.

Die Ozonschicht in 20 bis 30 Kilometern Höhe filtert einen großen Teil der lebensfeindlichen UV-Strahlung der Sonne. Eine besondere Rolle in der globalen Bilanz spielen Ozon abbauende Reaktionen, die sich in jedem Winter in den großen Tiefdruckgebieten der polaren Atmosphäre abspielen.

 

 Mehr Informationen:

AWI

MPI Meteorologie

vista verde: Ozonschicht

 

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