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- 09.04.2003 -

 

 

 

 

 


 

Uranmunition: Wirkung unter Experten umstritten

Aus Sicht der Militärs ist Uranmunition eine sehr wirksame Waffe. Kritiker sehen dagegen in den Resten der Uran-Ummantelung eine Bedrohung für die Gesundheit.

Hamburg (dpa) - Aus Kampfhubschraubern der Alliierten wurden im Irak auch Projektile abgeschossen, in die abgereichertes Uran eingearbeitet ist, um Stahlwände von Panzern zu durchschlagen. Aus Sicht der Militärs ist solche Uranmunition eine sehr wirksame Waffe. Kritiker vertreten dagegen die Auffassung, Reste der Uran-Ummantelung würden die Gesundheit bedrohen. Trotz wachsender Besorgnis über die Erkrankung von Soldaten etwa nach dem Kosovo-Krieg hat die NATO 2001 ein Moratorium zur Verwendung der Waffen abgelehnt. Initiativen zu einem Verbot dieser Waffen waren bislang erfolglos.

Abgereichertes Uran («depleted uranium», DU) ist ein Abfallprodukt aus der Urananreicherung von Brennelementen für Kraftwerke. Es ist bedeutend weniger radioaktiv als Natururan. DU-Waffen zertrümmern wegen ihrer hohen Dichte - bis zu drei Mal schwerer als Stahl - nicht nur gepanzerte Fahrzeuge, sie sind auch verhältnismäßig billig.

Die Wirkung von abgereichertem Uran auf den menschlichen Organismus wird unterschiedlich bewertet. So verweisen vor allem Militärs darauf, dass die Alpha-Strahlung von Uran 238 nur auf kurze Distanz wirke und gar nicht von außen durch die Haut in den Körper dringen könne. In diesem Sinne kam auch eine Expertenkommission der EU im Jahr 2001 über den Kosovo-Krieg zu dem Schluss, dass Menschen keiner Gefährdung ausgesetzt waren. Es gibt aber Ärzte und Wissenschaftler, die sagen, dass Urangeschosse beim Aufprall Feinstaub freisetzen, der über die Atemwege in den Körper gelangen könne. Dieser Stoff sei Krebs erregend, schwäche das Immunsystem und schädige das Erbgut.

Erstmals wurde uranhaltige Munition im Golfkrieg von 1991 gegen den Irak eingesetzt, vor allem in der Gegend um Basra. In der Folgezeit berichteten Mediziner von einer Häufung von Totgeburten und Missbildungen bei Neugeborenen in diesem Gebiet. Einige Ärzte bringen dies mit Gendefekten nach Einsatz von Uranmunition in Verbindung - ebenso mit dem «Golfkriegs-Syndrom» bei mehreren zehntausend US- Soldaten. Unter dem Begriff werden zahlreiche Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Depressionen zusammengefasst.

 


© ArtToday

Bei den Luftangriffen auf Jugoslawien 1999 wurden nach NATO-Angaben insgesamt 35.000 Projektile aus abgereichertem Uran abgefeuert, hauptsächlich von solchen A-10 Kampfflugzeugen der US-Luftwaffe.

 

 Mehr Informationen:

UNEP: Post Conflict Assessment Unit: Iraq

IPPNW: Uranhaltige Munition

Telepolis: "Überraschungen" mit Uran-Munition

 

 Lesen Sie auch:

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