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Uranmunition: Wirkung unter Experten
umstritten
Aus Sicht der Militärs
ist Uranmunition eine sehr wirksame Waffe. Kritiker sehen dagegen
in den Resten der Uran-Ummantelung eine Bedrohung für die
Gesundheit.
Hamburg (dpa) - Aus Kampfhubschraubern
der Alliierten wurden im Irak auch Projektile abgeschossen, in
die abgereichertes Uran eingearbeitet ist, um Stahlwände
von Panzern zu durchschlagen. Aus Sicht der Militärs ist
solche Uranmunition eine sehr wirksame Waffe. Kritiker vertreten
dagegen die Auffassung, Reste der Uran-Ummantelung würden
die Gesundheit bedrohen. Trotz wachsender Besorgnis über
die Erkrankung von Soldaten etwa nach dem Kosovo-Krieg hat die
NATO 2001 ein Moratorium zur Verwendung der Waffen abgelehnt.
Initiativen zu einem Verbot dieser Waffen waren bislang erfolglos.
Abgereichertes Uran («depleted
uranium», DU) ist ein Abfallprodukt aus der Urananreicherung
von Brennelementen für Kraftwerke. Es ist bedeutend weniger
radioaktiv als Natururan. DU-Waffen zertrümmern wegen ihrer
hohen Dichte - bis zu drei Mal schwerer als Stahl - nicht nur
gepanzerte Fahrzeuge, sie sind auch verhältnismäßig
billig.
Die Wirkung von abgereichertem
Uran auf den menschlichen Organismus wird unterschiedlich bewertet.
So verweisen vor allem Militärs darauf, dass die Alpha-Strahlung
von Uran 238 nur auf kurze Distanz wirke und gar nicht von außen
durch die Haut in den Körper dringen könne. In diesem
Sinne kam auch eine Expertenkommission der EU im Jahr 2001 über
den Kosovo-Krieg zu dem Schluss, dass Menschen keiner Gefährdung
ausgesetzt waren. Es gibt aber Ärzte und Wissenschaftler,
die sagen, dass Urangeschosse beim Aufprall Feinstaub freisetzen,
der über die Atemwege in den Körper gelangen könne.
Dieser Stoff sei Krebs erregend, schwäche das Immunsystem
und schädige das Erbgut.
Erstmals wurde uranhaltige Munition
im Golfkrieg von 1991 gegen den Irak eingesetzt, vor allem in
der Gegend um Basra. In der Folgezeit berichteten Mediziner von
einer Häufung von Totgeburten und Missbildungen bei Neugeborenen
in diesem Gebiet. Einige Ärzte bringen dies mit Gendefekten
nach Einsatz von Uranmunition in Verbindung - ebenso mit dem «Golfkriegs-Syndrom»
bei mehreren zehntausend US- Soldaten. Unter dem Begriff werden
zahlreiche Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen oder Depressionen
zusammengefasst.
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