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Arktis: Klimawandel verändert Seen
Am Grund arktischer Seen haben
kanadische Biologen neue Zeichen der globalen Erwärmung entdeckt.
(jkm) - Im Sediment konservierte
Algen zeigen, dass die Eisbedeckung der arktischen Seen in den
vergangenen 200 Jahren deutlich abgenommen hat. Über ihre
Untersuchung berichten die Forscher im Fachblatt "Arctic,
Antarctic, and Alpine Research".
"Über die letzten zwei
Jahrhunderte sehen wir deutliche regionale Veränderungen
der Ökologie dieser Seen, die mit wärmeren Bedingungen
übereinstimmen", erläutert John Smol von der Queen's
University in Kingston, Ontario. Da die Arktis besonders früh
und empfindlich auf Umweltveränderungen reagiere, lieferten
die Resultate eine Vorahnung der in niedrigeren Breiten zu erwartenden
Effekte.
Als Kronzeugen führen Smol
und sein Team Diatomeen an, einzellige Kieselalgen, die im Plankton
leben und die Basis der Nahrungsketten in Seen darstellen. Die
Algen stammten aus Sedimentbohrkernen, die die Forscher aus 50
Seen in einem 750 Kilometer breiten Gebiet entlang der nördlichen
Baumgrenze gezogen hatten.
Der Vergleich der Diatomeen in
den Sedimentschichten zeigte, dass sich die Bedingungen in den
Seen seit der vorindustriellen Zeit stark verändert haben:
Die jüngsten Schichten enthielten deutlich mehr Schalen von
offenes Wasser bevorzugenden Diatomeen-Arten - nach Ansicht der
Forscher ein Zeichen für kürzere Phasen der Eisbedeckung
und längere Wachstumsperioden.
"In Form des Klimawandels
haben die Treibhausgasemissionen bereits einen merklichen Einfluss
auf die arktische Umwelt", so Smols Kollegin Kathleen Rühland.
Die Veränderungen bekommen nicht nur Pflanzen und Tiere zu
spüren, sondern auch der Mensch: Schon im letzten Jahr musste
im nordkanadischen Nunavik eine komplette Siedlung aufgegeben
werden, da die Häuser angesichts des tauenden Permafrostbodens
von ihren Fundamenten rutschten.
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