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- 09.04.2003 -

 

 

 

 

 


 

Arktis: Klimawandel verändert Seen

Am Grund arktischer Seen haben kanadische Biologen neue Zeichen der globalen Erwärmung entdeckt.

(jkm) - Im Sediment konservierte Algen zeigen, dass die Eisbedeckung der arktischen Seen in den vergangenen 200 Jahren deutlich abgenommen hat. Über ihre Untersuchung berichten die Forscher im Fachblatt "Arctic, Antarctic, and Alpine Research".

"Über die letzten zwei Jahrhunderte sehen wir deutliche regionale Veränderungen der Ökologie dieser Seen, die mit wärmeren Bedingungen übereinstimmen", erläutert John Smol von der Queen's University in Kingston, Ontario. Da die Arktis besonders früh und empfindlich auf Umweltveränderungen reagiere, lieferten die Resultate eine Vorahnung der in niedrigeren Breiten zu erwartenden Effekte.

Als Kronzeugen führen Smol und sein Team Diatomeen an, einzellige Kieselalgen, die im Plankton leben und die Basis der Nahrungsketten in Seen darstellen. Die Algen stammten aus Sedimentbohrkernen, die die Forscher aus 50 Seen in einem 750 Kilometer breiten Gebiet entlang der nördlichen Baumgrenze gezogen hatten.

Der Vergleich der Diatomeen in den Sedimentschichten zeigte, dass sich die Bedingungen in den Seen seit der vorindustriellen Zeit stark verändert haben: Die jüngsten Schichten enthielten deutlich mehr Schalen von offenes Wasser bevorzugenden Diatomeen-Arten - nach Ansicht der Forscher ein Zeichen für kürzere Phasen der Eisbedeckung und längere Wachstumsperioden.

"In Form des Klimawandels haben die Treibhausgasemissionen bereits einen merklichen Einfluss auf die arktische Umwelt", so Smols Kollegin Kathleen Rühland. Die Veränderungen bekommen nicht nur Pflanzen und Tiere zu spüren, sondern auch der Mensch: Schon im letzten Jahr musste im nordkanadischen Nunavik eine komplette Siedlung aufgegeben werden, da die Häuser angesichts des tauenden Permafrostbodens von ihren Fundamenten rutschten.

 

 Mehr Informationen:

Queen's University

Atlas Nunavik

Diatomeen

Ozean Online:
- Marine Nahrungsnetze
- Diatomeen

Max-Planck-Institut für Meteorologie: Schmelzen die Gletscher und die Polkappen?

Klimaschutz.info

 

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