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Ärzte: Chronische Schmerzen mit
körpereigenen Stoffen lindern
Körpereigene «Schmerzmittel»
sollen in der Zukunft einmal die Leiden der Patienten mit chronischen
Schmerzen lindern.
München/Hamburg (dpa) -
Per Gentechnik könne die Produktion der so genannten Endorphine
gesteigert und damit der Bedarf an starken Medikamenten wie Opiaten
verringert werden, erläuterten Ärzte am Dienstag zur
50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie
und Intensivmedizin in München. Bei dem Treffen wollen sich
bis Samstag rund 4000 Teilnehmer mit neuen Entwicklungen ihres
Fachgebietes befassen.
Im Tierversuch sei es bereits
gelungen, per Gentaxi das Gen für die Endorphin-Produktion
in Zellen zu schleusen, berichtete der Direktor der Klinik für
Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums
Benjamin Franklin in Berlin, Professor Christoph Stein. Endorphine
wirkten in den Nervenzellwänden über die gleichen Rezeptoren
wie Opiate. Von einer Anwendung beim Menschen sei die neuen Technik
allerdings noch weit entfernt. «Es gibt noch keine Aussicht,
dass das Verfahren in nächster Zukunft angewendet werden
kann.»
Die Deutsche Schmerzhilfe startet
im Mai eine bundesweite Informationskampagne für Patienten
mit chronischen Schmerzen. Ein Schwerpunkt sei die Behandlung
des so genannten Schmerzgedächtnisses von Nervenzellen, sagte
der Präsident des Bundesverbandes Deutsche Schmerzhilfe,
Rüdiger Fabian, in Hamburg. Nach Fabians Angaben gibt es
etwa acht Millionen Betroffene in Deutschland.
Die Veranstaltungen sollen sich
auch mit den Möglichkeiten der Therapie von schweren, chronischen
Schmerzen mit Opioiden wie Morphium befassen. Eine rechtzeitige
Behandlung beim Spezialisten könne chronische Schmerzen verhindern
oder reduzieren, sagte der Mediziner Michael Strumpf (Universität
Bochum). Das gelte zum Beispiel für Kopf-, und Rückenschmerzen
sowie für Krebspatienten. Fabian betonte: «Die Schmerztherapie
hat in Deutschland in den vergangenen Jahren gewaltig aufgeholt.»
Die Eröffnungsveranstaltung ist für 10. Mai in Erfurt
geplant.
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