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- 08.04.03 -

 

 

 

 


 

Ärzte: Chronische Schmerzen mit körpereigenen Stoffen lindern

Körpereigene «Schmerzmittel» sollen in der Zukunft einmal die Leiden der Patienten mit chronischen Schmerzen lindern.

München/Hamburg (dpa) - Per Gentechnik könne die Produktion der so genannten Endorphine gesteigert und damit der Bedarf an starken Medikamenten wie Opiaten verringert werden, erläuterten Ärzte am Dienstag zur 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin in München. Bei dem Treffen wollen sich bis Samstag rund 4000 Teilnehmer mit neuen Entwicklungen ihres Fachgebietes befassen.

Im Tierversuch sei es bereits gelungen, per Gentaxi das Gen für die Endorphin-Produktion in Zellen zu schleusen, berichtete der Direktor der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Benjamin Franklin in Berlin, Professor Christoph Stein. Endorphine wirkten in den Nervenzellwänden über die gleichen Rezeptoren wie Opiate. Von einer Anwendung beim Menschen sei die neuen Technik allerdings noch weit entfernt. «Es gibt noch keine Aussicht, dass das Verfahren in nächster Zukunft angewendet werden kann.»

Die Deutsche Schmerzhilfe startet im Mai eine bundesweite Informationskampagne für Patienten mit chronischen Schmerzen. Ein Schwerpunkt sei die Behandlung des so genannten Schmerzgedächtnisses von Nervenzellen, sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutsche Schmerzhilfe, Rüdiger Fabian, in Hamburg. Nach Fabians Angaben gibt es etwa acht Millionen Betroffene in Deutschland.

Die Veranstaltungen sollen sich auch mit den Möglichkeiten der Therapie von schweren, chronischen Schmerzen mit Opioiden wie Morphium befassen. Eine rechtzeitige Behandlung beim Spezialisten könne chronische Schmerzen verhindern oder reduzieren, sagte der Mediziner Michael Strumpf (Universität Bochum). Das gelte zum Beispiel für Kopf-, und Rückenschmerzen sowie für Krebspatienten. Fabian betonte: «Die Schmerztherapie hat in Deutschland in den vergangenen Jahren gewaltig aufgeholt.» Die Eröffnungsveranstaltung ist für 10. Mai in Erfurt geplant.

 

 Mehr Informationen:

Schmerzselbsthilfe
 

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