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Weltgesundheitstag: Kranke Umwelt macht
Kinder krank
«Gesunde Umwelt - gesunde
Kinder» ist das Motto des Weltgesundheitstages an diesem
Montag.
Von Heinz-Peter Dietrich, dpa
Genf (dpa) - Ist die Umwelt krank,
merken es zuerst die Kinder. Sie reagieren am empfindlichsten
auf negative Umwelteinflüsse. Das stellt die Weltgesundheitsorganisation
WHO anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April fest.
Weltweit entfallen 40 Prozent der durch Umweltgefahren ausgelösten
Krankheiten auf Kinder unter fünf Jahren, die zehn Prozent
der Weltbevölkerung ausmachen. «Immer mehr Fakten deuten
darauf hin, dass die Umwelt der Gesundheit unserer Kinder schadet»,
sagt Marc Danzon, WHO-Regionaldirektor für Europa.
Zum Weltgesundheitstag setzt
die WHO in Europa den Schwerpunkt in diesem Jahr auf Asthma und
Allergien, den führenden Ursachen chronischer Erkrankungen
in der Kindheit, die mit Umweltgefahren zusammenhängen. Doch
den Kindern drohen überall Gefahren - etwa Zuhause, in der
Schule oder in ihrem Lebensumfeld, das eigentlich am sichersten
sein sollte. «Jedes Kind hat das Recht, in einem gesunden
Heim, einer Schule oder Gemeinde aufzuwachsen», erklärte
Gro Harlem Brundtland, Generaldirektorin der WHO. Jedoch sterben
jedes Jahr über fünf Millionen Kinder bis 14 Jahren,
vor allem in den Entwicklungsländern, von Krankheiten, die
durch ihre Umwelt ausgelöst wurden.
Diese Krankheiten bedeuten auch
enorme wirtschaftliche Kosten: In den späten 90er Jahren
verlor China bis zu 7,7 Prozent an Wirtschaftskraft durch krankmachende
Umweltverschmutzung. 1,9 Millionen Menschen starben jährlich
an solchen Krankheiten etwa der Atemwege, 21 Prozent der Todesfälle
in China insgesamt. Auch in den entwickelten Staaten fordert die
Umweltverschmutzung ihren Tribut: Giftige Substanzen sollen Schäden
in Höhe von 300 Milliarden Dollar (275 Milliarden Euro) ausmachen.
In den meisten europäischen
Ländern haben Asthmasymptome bei Kindern im Zeitraum von
Mitte der 70er bis Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts
um 200 Prozent zugenommen. In der Europäischen Union zählen
Allergieerkrankungen zu den am weitesten verbreiteten chronischen
Kinderkrankheiten. Davon sind in einigen Ländern nach Schätzungen
über ein Viertel der Kinder betroffen. Durchschnittlich leiden
zehn Prozent der Kinder unter Asthmasymptomen, wobei die Rate
in Westeuropa bis zu zehn Mal höher als in osteuropäischen
Ländern liegt.
Neben genetischen Faktoren konnte
nach WHO-Angaben nachgewiesen werden, dass eine Reihe von Umweltfaktoren
wie Passivrauchen oder schlechte Innenraum- und Außenluft
zum Auftreten von Allergieerkrankungen beitragen. Europäische
Säuglinge und Kleinkinder verbringen die meiste Zeit in geschlossenen
Räumen und sind deshalb normalerweise den dort vorhandenen
Allergenen wie Passivrauchen, Rauchentwicklung beim Kochen, Feuchtigkeit,
Hausstaubmilben oder Haustieren, eher ausgesetzt als Allergenen
in der Außenluft.
Das Passivrauchen gehört
zu den wichtigsten Belastungsfaktoren in geschlossenen Räumen,
die den kindlichen Atemwegen schaden und vor allem das Wachstum
und die Entwicklung der Lunge beeinträchtigen. Rauchende
Mütter setzen ihre Kinder in den ersten drei Lebensjahren
einem um mehr als 50 Prozent erhöhten Risiko für Erkrankungen
der unteren Atemwege aus und erhöhen die Gefahr, dass ihre
schulpflichtigen Kinder Asthmasymptome entwickeln.
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