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Forschung:
Malaria im Hochsicherheitstrakt
Die Malariamücke wird
wieder heimisch in Deutschland - zumindest in einem Hochsicherheitslabor
der Universität Heidelberg.
(jkm) - In dem deutschlandweit
ersten Insektarium seiner Art werden die Mücken und die Malariaerreger
gehalten, um mehr über ihre Biologie zu erfahren. Eine Reihe
von Sperren soll verhindern, dass infizierte Insekten ins Freie
gelangen.
"Um den Erreger der häufigsten
Malariaform, den Parasiten Plasmodium falciparum, zu studieren,
ist es wichtig, auch seinen Überträger züchten
zu können", erläutert Kai Matuschewski vom Hygiene-Institut
des Universitätsklinikums. Für den Menschen infektiös
ist eine bestimmte Form des Parasiten, die sich in weiblichen
Anopheles-Mücken entwickelt.
Nur mit einer persönlichen
Codekarte können Wissenschaftler in das Insektarium gelangen
- und das auch nur dann, wenn der Raum, in dem die Insekten gehalten
werden, gerade geschlossen ist. Beim Umgang mit den Mücken
müssen Schutzanzüge getragen und vor dem Verlassen des
Insektariums minutenlange Luftduschen genommen werden. Die Mücken
selbst sind in speziell gesicherten Behältern und Schränken
untergebracht.
Schätzungen zufolge erkranken
jährlich etwa 300 Millionen Menschen an Malaria, mindestens
eine Million Menschen sterben an der Infektion. Experten befürchten,
diese Zahlen könnten in Zukunft wieder steigen. Die einzelligen
Parasiten werden nämlich zunehmend resistent gegen Medikamente.
Matuschewski und seine Kollegen wollen die verantwortlichen Gene
des Erregers identifizieren und so wiederum die "Evolution"
der Medikamente vorantreiben.
Bis Mitte des vorletzten Jahrhunderts
war die Malaria auch in feuchtwarmen Gebieten Deutschlands verbreitet.
Heute kommen jährlich etwa 1.000 deutsche Touristen mit einer
Malariainfektion aus dem Urlaub zurück.
Die Heidelberger Forscher wollen
nun untersuchen, ob die heimischen Stechmücken in der Lage
sind, den Erreger aufzunehmen und die infektiösen Plasmodium-Formen
zu bilden. Zwar sei derzeit nicht mit einem Malariaausbruch zu
rechnen, so Michael Lanzer, der Leiter der Arbeitsgruppe. Vor
dem Hintergrund der globalen Erwärmung seien diese Arbeiten
jedoch von großer Bedeutung.
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