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- 05.03.2003 -

 

 

 

 

 


 

Forschung:

Malaria im Hochsicherheitstrakt

Die Malariamücke wird wieder heimisch in Deutschland - zumindest in einem Hochsicherheitslabor der Universität Heidelberg.

(jkm) - In dem deutschlandweit ersten Insektarium seiner Art werden die Mücken und die Malariaerreger gehalten, um mehr über ihre Biologie zu erfahren. Eine Reihe von Sperren soll verhindern, dass infizierte Insekten ins Freie gelangen.

"Um den Erreger der häufigsten Malariaform, den Parasiten Plasmodium falciparum, zu studieren, ist es wichtig, auch seinen Überträger züchten zu können", erläutert Kai Matuschewski vom Hygiene-Institut des Universitätsklinikums. Für den Menschen infektiös ist eine bestimmte Form des Parasiten, die sich in weiblichen Anopheles-Mücken entwickelt.

Nur mit einer persönlichen Codekarte können Wissenschaftler in das Insektarium gelangen - und das auch nur dann, wenn der Raum, in dem die Insekten gehalten werden, gerade geschlossen ist. Beim Umgang mit den Mücken müssen Schutzanzüge getragen und vor dem Verlassen des Insektariums minutenlange Luftduschen genommen werden. Die Mücken selbst sind in speziell gesicherten Behältern und Schränken untergebracht.

Schätzungen zufolge erkranken jährlich etwa 300 Millionen Menschen an Malaria, mindestens eine Million Menschen sterben an der Infektion. Experten befürchten, diese Zahlen könnten in Zukunft wieder steigen. Die einzelligen Parasiten werden nämlich zunehmend resistent gegen Medikamente. Matuschewski und seine Kollegen wollen die verantwortlichen Gene des Erregers identifizieren und so wiederum die "Evolution" der Medikamente vorantreiben.

Bis Mitte des vorletzten Jahrhunderts war die Malaria auch in feuchtwarmen Gebieten Deutschlands verbreitet. Heute kommen jährlich etwa 1.000 deutsche Touristen mit einer Malariainfektion aus dem Urlaub zurück.

Die Heidelberger Forscher wollen nun untersuchen, ob die heimischen Stechmücken in der Lage sind, den Erreger aufzunehmen und die infektiösen Plasmodium-Formen zu bilden. Zwar sei derzeit nicht mit einem Malariaausbruch zu rechnen, so Michael Lanzer, der Leiter der Arbeitsgruppe. Vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung seien diese Arbeiten jedoch von großer Bedeutung.

 


© Universitätsklinikum Heidelberg

Die Verwahrung der infizierten Anopheles-Stechmücken ist mehrfach gesichert.

 

 Mehr Informationen:

Universitätsklinikum Heidelberg

Malaria-Portal der WHO

Malaria

 

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