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Regenwürmer: Gelb bedeutet Arsen
Selbst der hungrigste Vogel
sollte den Schnabel von gelben Regenwürmern lassen, denn
derartige Tiere verdanken ihre Farbe einem hohen Arsengehalt.
(jkm) - Britische Biologen berichten
im Fachblatt "Soil Biology and Biochemistry", die auffällig
gefärbte Würmer könnten als Indikatoren hoher Schwermetallgehalte
im Erdreich dienen und vielleicht sogar bei der Sanierung solcher
Böden helfen.
Trevor Piearce von der Universität
Lancaster und seine Kollegen entdeckten die Würmer in der
Umgebung eines alten Arsenbergwerks im Südwesten Englands.
Dabei handelte es sich um Rotwürmer (Lumbricus rubellus),
nahe Verwandte des "eigentlichen" Regenwurms (Lumbricus
terrestris).
Die hohen Konzentrationen von
Arsen und Kupfer im Boden schienen den Würmern nicht zu schaden.
Im Labor kamen ausgewachsene Tiere sogar mit Arsenkonzentrationen
von 750 Milligramm pro Kilogramm Boden zurecht.
Nähere Untersuchungen zeigten,
dass die Farbe von einem Gewebe ausgeht, das den Darm der Tiere
umhüllt. Dieses Chloragog-Gewebe erfüllt ähnliche
Funktionen wie die menschliche Leber und ist normalerweise blass
grünlich gefärbt. Auf welche Weise die Verfärbung
zustande kommt, ist unklar.
Dass kontaminierte Böden
die Farbe von Würmern beeinflussen, sei bereits bekannt,
so John Morgan von der Universität Cardiff gegenüber
der Online-Ausgabe des Magazins "Nature". Auf bleihaltigen
Böden seien Rotwürmer dunkler, in Gegenwart von Zink
dagegen nahezu transparent. Dieses Farbspektrum mache sie zu nützlichen
Indikatoren.
Piearce zufolge vererben die Tiere
die Schwermetalltoleranz auf ihre Nachkommen. Vielleicht könnten
kontaminierte Flächen daher durch gezielten Besatz mit resistenten
Exemplaren entgiftet werden.
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