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- 27.02.2003 -

 

 

 


 

Regenwürmer: Gelb bedeutet Arsen

Selbst der hungrigste Vogel sollte den Schnabel von gelben Regenwürmern lassen, denn derartige Tiere verdanken ihre Farbe einem hohen Arsengehalt.

(jkm) - Britische Biologen berichten im Fachblatt "Soil Biology and Biochemistry", die auffällig gefärbte Würmer könnten als Indikatoren hoher Schwermetallgehalte im Erdreich dienen und vielleicht sogar bei der Sanierung solcher Böden helfen.

Trevor Piearce von der Universität Lancaster und seine Kollegen entdeckten die Würmer in der Umgebung eines alten Arsenbergwerks im Südwesten Englands. Dabei handelte es sich um Rotwürmer (Lumbricus rubellus), nahe Verwandte des "eigentlichen" Regenwurms (Lumbricus terrestris).

Die hohen Konzentrationen von Arsen und Kupfer im Boden schienen den Würmern nicht zu schaden. Im Labor kamen ausgewachsene Tiere sogar mit Arsenkonzentrationen von 750 Milligramm pro Kilogramm Boden zurecht.

Nähere Untersuchungen zeigten, dass die Farbe von einem Gewebe ausgeht, das den Darm der Tiere umhüllt. Dieses Chloragog-Gewebe erfüllt ähnliche Funktionen wie die menschliche Leber und ist normalerweise blass grünlich gefärbt. Auf welche Weise die Verfärbung zustande kommt, ist unklar.

Dass kontaminierte Böden die Farbe von Würmern beeinflussen, sei bereits bekannt, so John Morgan von der Universität Cardiff gegenüber der Online-Ausgabe des Magazins "Nature". Auf bleihaltigen Böden seien Rotwürmer dunkler, in Gegenwart von Zink dagegen nahezu transparent. Dieses Farbspektrum mache sie zu nützlichen Indikatoren.

Piearce zufolge vererben die Tiere die Schwermetalltoleranz auf ihre Nachkommen. Vielleicht könnten kontaminierte Flächen daher durch gezielten Besatz mit resistenten Exemplaren entgiftet werden.

 


© ArtToday

Selbst der hungrigste Vogel sollte den Schnabel von gelben Regenwürmern lassen. (Keine Sorge: Das Bild zeigt nicht einen arsenverseuchten Wurm.)

 

 Mehr Informationen:

nature science update

Der Regenwurm

Arsen

 

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