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- 26.02.2003 -

 

 

 

 

 


 

Nordamerikanische Megafauna:

Indianer nicht für Artensterben verantwortlich

Zeitgleich mit dem Auftreten der ersten Menschen auf dem nordamerikanischen Kontinent verschwanden zahlreiche Tierarten. Der Mensch sei jedoch nicht für das Artensterben verantwortlich, sagen amerikanische Archäologen.

(jkm) - Die Vertreter der so genannten Clovis-Kultur besiedelten vor 10.800 bis 11.500 Jahren weite Teile Nordamerikas. Bei Ausgrabungen wurden immer wieder Speerspitzen der frühen Indianer gefunden. Dies führte zum Verdacht, die Jäger könnten für das Aussterben zahlreicher Säugetiere verantwortlich sein. Donald Grayson von der Universiyt of Washington und David Meltzer von der Southern Methodist University haben die Vermutung jetzt als falsch entlarvt. In einem Bericht für das "Journal of World Prehistory" berufen sie sich auf einen Datenabgleich fossiler Funde.

Sollte tatsächlich die Bejagung der Tiere für ihr Aussterben verantwortlich sein, so die Überlegung der beiden Forscher, dann müssten sich im Lebensraum der Indianer besonders viele Tierskelette betroffener Arten finden lassen. Grayson und Meltzer suchten deshalb nach entsprechenden Hinweisen in FAUNMAP, einer elektronischen Datenbank, die die Verbreitung aller nordamerikanischen Säugetiere der letzten 40.000 Jahre beinhaltet. 75 Regionen in den USA und eine in Kanada wurden als Gebiete identifiziert, in denen die Clovis-Kultur auf damals aussterbende Säugetiere hätte treffen können.

Es finden sich aber nur in 14 Fällen verwertbare Hinweise: Zwölfmal traf der Mensch auf das Mammut, zweimal auf das Mastodon. Die Tiere wurden tatsächlich bejagt - allerdings in so geringem Ausmaß, dass der Bestand nicht gefährdet war. Vereinzelte Knochenfunde ausgestorbener Pferde und Kamele konnten nicht mit der Jagd in Verbindung gebracht werden. Dafür fanden sich Hinweise, dass die Clovis-Indianer Bisons erlegten, die in dieser Zeit allerdings nicht vom Aussterben bedroht waren.

Neben den Mammuts und den Mastodons starben noch 33 weitere Säugetiere nach der letzten Eiszeit aus. Nur 15 davon haben nachweislich bis in die Epoche der Clovis-Kultur hinein existiert. "Es gibt absolut keinen Beleg, dass die Clovis-Menschen mit dieser Arten in Zusammenhang zu bringen sind", fasst Grayson die Spurensuche zusammen. "Wir vermuten, dass der Klimawandel für das Aussterben verantwortlich war."

 


© ArtToday

Heutiges Bison: Rätselhaft bleibt, warum die Bisons nicht wie andere Großtierarten ausstarben.

 

 Mehr Informationen:

University of Washington

Faunmap

Paläontologisches Museum München

BBC: Walking with Beasts

Zur Clovis-Kultur und anderen frühen "Amerikanern"

Besiedlungsgeschichte: Wer war zuerst in Amerika?

Frühe Geschichte der Indianer Amerikas

 

 Lesen Sie auch:

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Robben: Indianer betrieben nachhaltige Jagd

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