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Nordamerikanische Megafauna:
Indianer nicht für Artensterben
verantwortlich
Zeitgleich mit dem Auftreten
der ersten Menschen auf dem nordamerikanischen Kontinent verschwanden
zahlreiche Tierarten. Der Mensch sei jedoch nicht für das
Artensterben verantwortlich, sagen amerikanische Archäologen.
(jkm) - Die Vertreter der so genannten
Clovis-Kultur besiedelten vor 10.800 bis 11.500 Jahren weite Teile
Nordamerikas. Bei Ausgrabungen wurden immer wieder Speerspitzen
der frühen Indianer gefunden. Dies führte zum Verdacht,
die Jäger könnten für das Aussterben zahlreicher
Säugetiere verantwortlich sein. Donald Grayson von der Universiyt
of Washington und David Meltzer von der Southern Methodist University
haben die Vermutung jetzt als falsch entlarvt. In einem Bericht
für das "Journal of World Prehistory" berufen sie
sich auf einen Datenabgleich fossiler Funde.
Sollte tatsächlich die Bejagung
der Tiere für ihr Aussterben verantwortlich sein, so die
Überlegung der beiden Forscher, dann müssten sich im
Lebensraum der Indianer besonders viele Tierskelette betroffener
Arten finden lassen. Grayson und Meltzer suchten deshalb nach
entsprechenden Hinweisen in FAUNMAP, einer elektronischen Datenbank,
die die Verbreitung aller nordamerikanischen Säugetiere der
letzten 40.000 Jahre beinhaltet. 75 Regionen in den USA und eine
in Kanada wurden als Gebiete identifiziert, in denen die Clovis-Kultur
auf damals aussterbende Säugetiere hätte treffen können.
Es finden sich aber nur in 14
Fällen verwertbare Hinweise: Zwölfmal traf der Mensch
auf das Mammut, zweimal auf das Mastodon. Die Tiere wurden tatsächlich
bejagt - allerdings in so geringem Ausmaß, dass der Bestand
nicht gefährdet war. Vereinzelte Knochenfunde ausgestorbener
Pferde und Kamele konnten nicht mit der Jagd in Verbindung gebracht
werden. Dafür fanden sich Hinweise, dass die Clovis-Indianer
Bisons erlegten, die in dieser Zeit allerdings nicht vom Aussterben
bedroht waren.
Neben den Mammuts und den Mastodons
starben noch 33 weitere Säugetiere nach der letzten Eiszeit
aus. Nur 15 davon haben nachweislich bis in die Epoche der Clovis-Kultur
hinein existiert. "Es gibt absolut keinen Beleg, dass die
Clovis-Menschen mit dieser Arten in Zusammenhang zu bringen sind",
fasst Grayson die Spurensuche zusammen. "Wir vermuten, dass
der Klimawandel für das Aussterben verantwortlich war."
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