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- 22.02.2003 -

 

 

 

 


 

Vor 44.000 Jahren: Riesige Methanausbrüche im Ozean

Im Laufe der Erdgeschichte kam es in den Ozeanen wiederholt zu starken Methan-Ausbrüchen. Einen 44.100 Jahre alten Ausbruch und seine drastischen Folgen für die Meereslebewesen konnten Forscher jetzt nachweisen.

(jkm) - Der Geochemiker Kai-Uwe Hinrichs von der Universität Bremen und zwei Kollegen vom amerikanischen Woods Hole Oceanographic Institution untersuchten Bohrkerne, die vor der Südküste Kaliforniens erbohrt worden waren. Die Forscher fahndeten gezielt nach Indizien für Methan-Ausbrüche, für die es bereits indirekte Hinweise gegeben hatte. "Wir suchten quasi nach "Fingerabdrücken" von Bakterien, die von derartigen Methaneruptionen profitiert hätten", erklärt Hinrichs.

Das Gas lagerte ursprünglich als eisförmiges Methanhydrat im Meeresboden. Durch abruptes, katastrophenartiges Abschmelzen konnte es freigesetzt werden - ein Vorgang, der sich heute anhand von Fossilien damaliger Bakteriengemeinschaften nachweisen lässt: In einer etwa 44.100 Jahre alten Sedimentschicht stießen die Forscher auf Spuren von Bakterien, die zwar ohne Sauerstoff, nicht aber ohne Methan als Energiequelle überleben können.

Hinrichs Kollege James Kennett schätzt, dass bei dem Ausbruch bis zu 90 Millionen Tonnen Methangas freigesetzt wurden. Etwa zehn Jahre lang müssen die Methan liebenden Bakterien die Region dominiert haben. Erst dann konnten sich wieder Sauerstoff zehrende Bakterien und höhere Organismen durchsetzen.

Im Magazin "Science" berichten die Forscher, im Untersuchungsgebiet habe es während der letzten 60.000 Jahren mehrfach heftige Methangas-Ausbrüche gegeben. Diese seien vor allem in milderen Phasen der vor 12.000 Jahren zu Ende gegangenen Kaltzeit aufgetreten. "Methan ist in Form eisähnlicher Kristalle im Meeresboden gespeichert. Und es ist nur innerhalb eines bestimmten Druck- und Temperaturbereichs stabil", erklärt Hinrichs. Er vermutet, untermeerische Hänge seien ins Rutschen gekommen, hätten den Druck vom Methaneis genommen und so das Treibhausgas frei gesetzt.

Aktuellen Schätzungen zufolge sind in den Böden der Ozeane und Kontinente etwa 10.000 Milliarden Tonnen Methan-Kohlenstoff gespeichert. Zum Vergleich: Der vom Menschen in den letzten 150 Jahren verursachte Treibhauseffekt wurde durch die Freisetzung von 210 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid bewirkt. Selbst wenn nur ein kleiner Teil des gespeicherten Methans in die Erdatmosphäre entweichen würde, würde dies den Treibhauseffekt enorm anheizen.

Die aktuelle Untersuchung gibt allerdings keinen Hinweis darauf, wie viel Methan damals in die Atmosphäre entwich, schränkt Hinrichs ein. "Dennoch verdeutlichen die Ergebnisse, wie drastisch Ozeanrandgebiete auf relativ geringe Umweltveränderungen reagieren können."

 

 Mehr Informationen:

Forschungszentrum Ozeanränder

g-o.de: "Brennendes Eis" - Gashydrate - Energielieferanten der Zukunft

Klimaschutz.info

 

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