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Klimaforschung:
Isolierende Wolkenschicht unterschätzt?
In großen Höhen
findet sich möglicherweise mehr Wasserdampf, als bislang
angenommen, weil manche Wolken in der Vergangenheit häufig
übersehen wurden.
(jkm) - Amerikanische Meteorologen
berichten jetzt auf einer Fachtagung, von ihnen entwickelte Sensoren
hätten in der oberen Troposphäre deutlich höhere
Feuchtigkeitswerte als herkömmliche Geräte gemessen.
Vielleicht habe man einen bestimmten Wolkentyp in der Vergangenheit
häufig übersehen.
An Wetterballons steigen jeden
Tag etwa 1.500 Messsonden auf. Ihre Daten sind für Klimaforschung
und Wettervorhersagen unentbehrlich, da sie die Kalibrierung von
Satellitendaten erlauben und die nötigen Startwerte für
Computersimulationen liefern.
"Leider wird der Nutzen der
Sondendaten durch die Genauigkeit der Sensoren, die Meldepraktiken
und durch die Tatsache gemindert, dass Sonden- und Sensortypen
je nach Ort und Zeit variieren", so Junhong Wang vom National
Center for Atmospheric Research in Boulder, Colorado.
Wang und seine Kollegen arbeiten
daher an einem Referenzsystem, das als Maßstab für
die von unterschiedlichen Sensortypen ermittelten Daten dienen
soll. Im letzten Jahr kam dieses Sondensystem bei einer internationalen
Messkampagne im Südosten der USA erstmals zum Einsatz.
Wie die Forscher auf dem Treffen
der American Meteorological Society im kalifornischen Long Beach
berichten, hatten herkömmliche Systeme in Höhen zwischen
9 und 14 Kilometern relative Luftfeuchten von höchstens 30
Prozent gemessen. Das von ihnen entwickelte System habe jedoch
Feuchten von 90 bis 100 Prozent ermittelt. Mit einem Lidar-System,
das die Streuung eines Lasers in der Atmosphäre misst, sei
die Anwesenheit von Cirruswolken bestätigt worden.
"Beobachter am Erdboden und
Satelliten haben Probleme, diese Wolken zu erkennen", so
Wangs Kollege David Carlson. Cirruswolken tragen zum Treibhauseffekt
der Atmosphäre bei, da sie Sonnenlicht passieren lassen,
vom Boden reflektierte Strahlung jedoch abblocken.
"Selbst geringe Mengen von
Wasserdampf und Cirruswolken in diesen Höhen haben starken
Einfluss auf den Strahlungshaushalt der Erde", ergänzt
Richard Anthes von der University Corporation for Atmospheric
Research. "Es ist denkbar, dass die in den letzten Jahrzehnten
angestellten Messungen die Häufigkeit von Cirruswolken unterschätzt
haben."
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