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- 12.02.2003 -

 

 

 


 

Klimaforschung:

Isolierende Wolkenschicht unterschätzt?

In großen Höhen findet sich möglicherweise mehr Wasserdampf, als bislang angenommen, weil manche Wolken in der Vergangenheit häufig übersehen wurden.

(jkm) - Amerikanische Meteorologen berichten jetzt auf einer Fachtagung, von ihnen entwickelte Sensoren hätten in der oberen Troposphäre deutlich höhere Feuchtigkeitswerte als herkömmliche Geräte gemessen. Vielleicht habe man einen bestimmten Wolkentyp in der Vergangenheit häufig übersehen.

An Wetterballons steigen jeden Tag etwa 1.500 Messsonden auf. Ihre Daten sind für Klimaforschung und Wettervorhersagen unentbehrlich, da sie die Kalibrierung von Satellitendaten erlauben und die nötigen Startwerte für Computersimulationen liefern.

"Leider wird der Nutzen der Sondendaten durch die Genauigkeit der Sensoren, die Meldepraktiken und durch die Tatsache gemindert, dass Sonden- und Sensortypen je nach Ort und Zeit variieren", so Junhong Wang vom National Center for Atmospheric Research in Boulder, Colorado.

Wang und seine Kollegen arbeiten daher an einem Referenzsystem, das als Maßstab für die von unterschiedlichen Sensortypen ermittelten Daten dienen soll. Im letzten Jahr kam dieses Sondensystem bei einer internationalen Messkampagne im Südosten der USA erstmals zum Einsatz.

Wie die Forscher auf dem Treffen der American Meteorological Society im kalifornischen Long Beach berichten, hatten herkömmliche Systeme in Höhen zwischen 9 und 14 Kilometern relative Luftfeuchten von höchstens 30 Prozent gemessen. Das von ihnen entwickelte System habe jedoch Feuchten von 90 bis 100 Prozent ermittelt. Mit einem Lidar-System, das die Streuung eines Lasers in der Atmosphäre misst, sei die Anwesenheit von Cirruswolken bestätigt worden.

"Beobachter am Erdboden und Satelliten haben Probleme, diese Wolken zu erkennen", so Wangs Kollege David Carlson. Cirruswolken tragen zum Treibhauseffekt der Atmosphäre bei, da sie Sonnenlicht passieren lassen, vom Boden reflektierte Strahlung jedoch abblocken.

"Selbst geringe Mengen von Wasserdampf und Cirruswolken in diesen Höhen haben starken Einfluss auf den Strahlungshaushalt der Erde", ergänzt Richard Anthes von der University Corporation for Atmospheric Research. "Es ist denkbar, dass die in den letzten Jahrzehnten angestellten Messungen die Häufigkeit von Cirruswolken unterschätzt haben."

 


© ArtToday

Cirruswolken tragen zum Treibhauseffekt der Atmosphäre bei, da sie Sonnenlicht passieren lassen, vom Boden reflektierte Strahlung jedoch abblocken.

 

 Mehr Informationen:

University Corporation for Atmospheric Research

Wolkenatlas

Lidar

Max-Planck-Institut für Meteorologie:
- Was ist der Unterschied zwischen "Wetter" und "Klima"?
- Wie entstehen Wolken und Niederschlag?

Aufbau der Atmosphäre und ihre Bestandteile:
- Umweltlexikon
- EcoNautix
- Hamburger Bildungsserver

vista verde: Klimaforschung

 

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