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Geowissenschaften:
Kühlwasserkreislauf im Ozeanboden
entdeckt
Bremer und amerikanische Geowissenschaftler
haben im Pazifik vor der kanadischen Küste einen Kühlwasserkreislauf
im Ozeanboden entdeckt.
(jkm) - Wie die Wissenschaftler
im Fachmagazin "Nature" berichten, fungiert eine mehrere
Hundert Meter hohe Erhebung am Ozeanboden als Einlass für
kühles Meerwasser. Im Untergrund erwärmt, tritt das
Wasser an einer zweiten, mehr als 50 Kilometer entfernten Erhebung
wieder aus.
"Unterwasserberge und andere
Erhebungen des Untergrunds sind weltweit verbreitete Merkmale",
schreiben die Forscher um Andrew Fisher von der University of
California, Santa Cruz. "Die in dieser Studie aufgezeigten
Prozesse illustrieren, wie eine hydrogeologische Kommunikation
zwischen hydrothermalen Ein- und Austrittspunkten ablaufen kann."
Fisher und seine Kollegen arbeiteten
an der Ostflanke des Juan de Fuca-Rückens. An dieser untermeerischen
Gebirgskette steigt heißes Gestein aus dem Erdinneren auf
und bildet beiderseits des Rückens neue ozeanische Kruste.
Zunächst noch in direktem Kontakt mit dem Meerwasser, bedeckt
sich die Kruste binnen einer Million Jahren mit einer isolierenden
Sedimentschicht. Daher war rätselhaft, wie sich das junge
Gestein weiter abkühlt.
Des Rätsels Lösung sind
"Löcher" in der Wärmedecke, fanden die Forscher.
Sie untersuchten von Rissen durchzogene Erhebungen in der Kruste,
die den Meeresboden um mehrere Hundert Meter überragen und
relativ frei von Sediment sind. Zwar war bereits bekannt, dass
an solchen Unterwasserbergen warmes Wasser aus der Kruste austritt.
Die neuen Untersuchungen zeigen, dass einige Erhebungen auch als
Einlasspunkte für kaltes Wasser fungieren und so den Nachschub
für den Kühlkreislauf gewährleisten.
Die Wissenschaftler demonstrieren
dies am Beispiel zweier Unterwasserberge. Am "Grizzly Bare"
dringt 2 Grad Celsius kühles Wasser in das poröse Gestein
ein, erwärmt sich im Untergrund auf 65 Grad und tritt am
52 Kilometer entfernten "Baby Bare" wieder aus. Die
chemische Analyse des austretenden Wassers zeigte, dass es rund
4.300 Jahre für die Strecke zwischen den zwei Bergen benötigt
hatte. Weitere Forschungsfahrten in dem Gebiet sollen nun zeigen,
wie der Kühlkreislauf ursprünglich in Gang gekommen
ist.
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