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- 06.02.2003 -

 

 

 

 


 

Geowissenschaften:

Kühlwasserkreislauf im Ozeanboden entdeckt

Bremer und amerikanische Geowissenschaftler haben im Pazifik vor der kanadischen Küste einen Kühlwasserkreislauf im Ozeanboden entdeckt.

(jkm) - Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature" berichten, fungiert eine mehrere Hundert Meter hohe Erhebung am Ozeanboden als Einlass für kühles Meerwasser. Im Untergrund erwärmt, tritt das Wasser an einer zweiten, mehr als 50 Kilometer entfernten Erhebung wieder aus.

"Unterwasserberge und andere Erhebungen des Untergrunds sind weltweit verbreitete Merkmale", schreiben die Forscher um Andrew Fisher von der University of California, Santa Cruz. "Die in dieser Studie aufgezeigten Prozesse illustrieren, wie eine hydrogeologische Kommunikation zwischen hydrothermalen Ein- und Austrittspunkten ablaufen kann."

Fisher und seine Kollegen arbeiteten an der Ostflanke des Juan de Fuca-Rückens. An dieser untermeerischen Gebirgskette steigt heißes Gestein aus dem Erdinneren auf und bildet beiderseits des Rückens neue ozeanische Kruste. Zunächst noch in direktem Kontakt mit dem Meerwasser, bedeckt sich die Kruste binnen einer Million Jahren mit einer isolierenden Sedimentschicht. Daher war rätselhaft, wie sich das junge Gestein weiter abkühlt.

Des Rätsels Lösung sind "Löcher" in der Wärmedecke, fanden die Forscher. Sie untersuchten von Rissen durchzogene Erhebungen in der Kruste, die den Meeresboden um mehrere Hundert Meter überragen und relativ frei von Sediment sind. Zwar war bereits bekannt, dass an solchen Unterwasserbergen warmes Wasser aus der Kruste austritt. Die neuen Untersuchungen zeigen, dass einige Erhebungen auch als Einlasspunkte für kaltes Wasser fungieren und so den Nachschub für den Kühlkreislauf gewährleisten.

Die Wissenschaftler demonstrieren dies am Beispiel zweier Unterwasserberge. Am "Grizzly Bare" dringt 2 Grad Celsius kühles Wasser in das poröse Gestein ein, erwärmt sich im Untergrund auf 65 Grad und tritt am 52 Kilometer entfernten "Baby Bare" wieder aus. Die chemische Analyse des austretenden Wassers zeigte, dass es rund 4.300 Jahre für die Strecke zwischen den zwei Bergen benötigt hatte. Weitere Forschungsfahrten in dem Gebiet sollen nun zeigen, wie der Kühlkreislauf ursprünglich in Gang gekommen ist.

 

 Mehr Informationen:

DFG-Forschungszentrum Ozeanränder

MTU Universität Bremen

Juan de Fuca-Rücken

 

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