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- 04.02.2003 -

 

 

 

 

 


 

Pazifik: Deutsche Forscher entdeckten gewaltige Vulkankette

Wissenschaftler der Universitäten Freiberg und Kiel haben bei einer internationalen Expedition im Südpazifik vor dem Tonga-Inselbogen eine Kette von 20 riesigen untermeerischen Vulkanen entdeckt.

Von Sabine Ebert, dpa

Freiberg/Kiel (dpa) - In 1800 Meter Meerestiefe erhebt sich jeder der noch aktiven Vulkane mehr als 1000 Meter über den Meeresboden. «So viele Vulkane in einem Gebiet sind äußerst selten», sagt der Freiberger Mineraloge und Expeditionsteilnehmer Ulrich Schwarz- Schampera.

«Sie stellen ein mögliches Risikopotenzial für die Tonga-Inselwelt dar. Bei einem Ausbruch könnte eine gewaltige Flutwelle über diese relativ flache Region hinwegfegen», erklärt Expeditionsleiter Prof. Peter Stoffers vom Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel. Diese Information haben die an Bord befindlichen Beobachter aus Tonga sofort weitergeleitet. «Einige dieser Vulkane haben spektakuläre Explosionskrater von bis zu einem Kilometer Tiefe und 1,8 Kilometer Durchmesser und sind von der Größe her vergleichbar mit dem Vesuv oder dem Stromboli», sagt Stoffers.

Während der 49-tägigen Expedition, die das deutsche Forschungsschiff «Sonne» in das Gebiet zwischen Tonga und Neuseeland führte, hatte das internationale Team den Meeresboden vor dem Inselkönigreich Tonga kartiert. Neben Forschern aus Kiel und Freiberg waren auch Fachleute aus Frankreich, Kanada, Neuseeland und Tonga beteiligt.

Dabei entdeckte das Team im Bereich der untermeerischen Vulkane auch Erzvorkommen, die auf reichen Goldgehalt hinweisen und nur 200 Meter unter dem Meeresspiegel liegen. Unmittelbar davor hatten die Wissenschaftler vom Institut für Mineralogie der TU Bergakademie Freiberg im Südpazifik bereits ein Goldvorkommen in großer Meerestiefe erkundet. Vor der Ostküste Papua-Neuguineas bohrte die internationale Forschercrew unter Leitung des Freiberger Professors Peter Herzig sogar in mehr als 1000 Metern Tiefe ins Gestein.

Mit einem englischen Spezialbohrer für große Meerestiefen konnten sie mehrere Meter lange Bohrkerne aus dem bereits 1994 entdeckten untermeerischen Goldvorkommen gewinnen. Gebohrt wurde sowohl am Conical Seamount, einem erloschenen untermeerischen Vulkan, wo sich das Goldvorkommen deutlich größer als vermutet erwies, als auch in einem zweiten Arbeitsgebiet, im östlichen Manus Becken im Bereich so genannter «Black Smoker». Das sind mehrere Meter hohe Schlote auf dem Meeresboden, aus denen rauchartig Metallsulfide aufsteigen.

Dort entdeckten die Wissenschaftler Erze, die überaus reich an Kupfer und Zink sind. «Mit den Proben, die wir jetzt detailliert untersuchen, können wir die Entstehung von Vorkommen an Land besser verstehen», erklärt Schwarz-Schampera. Das sei auch wichtig in Hinblick auf Analogieschlüsse für Lagerstätten an Land.

Die Auswertung der Arbeitsergebnisse beider unmittelbar aufeinander folgenden Exkursionen mit dem deutschen Forschungsschiff «Sonne» wird die Wissenschaftler des Leibniz-Labors für Angewandte Meeresforschung an der TU Bergakademie, der Universität Kiel sowie aus drei weiteren Ländern noch zwei Jahre lang beschäftigen. Die deutsche Beteiligung an beiden Expeditionen wurde vom Bundesforschungsministerium finanziert.

 


© dpa

Das von der Universität Kiel herausgegebene Archivbild vom Herbst 2002 zeigt das deutsche Forschungsschiff "Sonne" im Südpazifik vor Ata Island im Königreich Tonga.

 

 Mehr Informationen:

Forschungsschiff Sonne

g-o.de: Tiefbohrungen im Ozean

Goldsuche im Ozean

 

 Lesen Sie auch:

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