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UNEP: Weltweite Quecksilber-Belastung
höher als bislang angenommen
Von Quecksilber gehen weltweit
größere Gesundheitsgefahren aus als bislang angenommen,
ergab eine Untersuchung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen.
(jkm) - Durch Abgase
aus Kraftwerken und Müllverbrennugsanlagen gelangt zu viel
Quecksilber in die Luft. Dies kritisiert das Umweltprogramm der
Vereinten Nationen (UNEP) in einer neuen Studie. Demnach gelangen
durch Abgase jährlich rund 1.500 Tonnen Quecksilber in die
Luft.
Die Hauptverantwortung liegt offenbar
bei den asiatischen Entwicklungsländern, die mit 860 Tonnen
für über die Hälfte der Emissionen verantwortlich
sind. Aus europäischen Anlagen werden jährlich 186 Tonnen
Quecksilber in die Luft geblasen. "Weil der Verbrauch fossiler
Brennstoffe zur Deckung des wachsenden Energiebedarfs zunimmt,
ist sowohl in den Entwicklungsländern wie auch den Industriestaaten
mit weiter steigendem Quecksilber-Ausstoß zu rechnen",
warnt die UNEP-Studie. Technik zum Ausfiltern des Quecksilbers
komme kaum zum Einsatz, auch die alternative Energiegewinnung
werde vernachlässigt.
Quecksilber wird außerdem
im Bergbau eingesetzt, um Gold und Silber aus Erz zu lösen.
Dabei wird nicht nur die Gesundheit der Minenarbeiter gefährdet:
Jedes Jahr gelangen nach UNEP-Schätzungen auf diese Weise
weitere 400 bis 500 Tonnen Quecksilber in Luft, Boden und Gewässer.
Weil sich das giftige Metall Tausende Kilometer weit verbreitet,
wird es zur globalen Bedrohung. Über Fisch gelangt es zudem
schnell in die Nahrungskette.
In den USA sei schon jede zwölfte
Frau über dem zulässigen Grenzwert mit Quecksilber belastet,
vermerkt der UNEP-Bericht mit Verweis auf amerikanische Studien.
Vor drei Jahren schon kam das United States Research Council zu
der Einschätzung, jährlich kämen rund 60.000 Babys
mit erhöhtem Risiko für Hirn- und Nervenschäden
auf die Welt. Andere Forscher gehen sogar von bis zu 300.000 betroffenen
Säuglingen allein in den USA aus. Weltweit gebe es Millionen
junge Quecksilber-Opfer, meint UNEP.
Auf Einladung des Umweltprogramms
beraten noch bis zum 7. Februar in Nairobi Umweltexperten aus
über hundert Ländern über die Situation.
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