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- 30.02.2003 -

 

 

 

 

 


 

UNEP: Weltweite Quecksilber-Belastung höher als bislang angenommen

Von Quecksilber gehen weltweit größere Gesundheitsgefahren aus als bislang angenommen, ergab eine Untersuchung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen.

(jkm) - Durch Abgase aus Kraftwerken und Müllverbrennugsanlagen gelangt zu viel Quecksilber in die Luft. Dies kritisiert das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in einer neuen Studie. Demnach gelangen durch Abgase jährlich rund 1.500 Tonnen Quecksilber in die Luft.

Die Hauptverantwortung liegt offenbar bei den asiatischen Entwicklungsländern, die mit 860 Tonnen für über die Hälfte der Emissionen verantwortlich sind. Aus europäischen Anlagen werden jährlich 186 Tonnen Quecksilber in die Luft geblasen. "Weil der Verbrauch fossiler Brennstoffe zur Deckung des wachsenden Energiebedarfs zunimmt, ist sowohl in den Entwicklungsländern wie auch den Industriestaaten mit weiter steigendem Quecksilber-Ausstoß zu rechnen", warnt die UNEP-Studie. Technik zum Ausfiltern des Quecksilbers komme kaum zum Einsatz, auch die alternative Energiegewinnung werde vernachlässigt.

Quecksilber wird außerdem im Bergbau eingesetzt, um Gold und Silber aus Erz zu lösen. Dabei wird nicht nur die Gesundheit der Minenarbeiter gefährdet: Jedes Jahr gelangen nach UNEP-Schätzungen auf diese Weise weitere 400 bis 500 Tonnen Quecksilber in Luft, Boden und Gewässer. Weil sich das giftige Metall Tausende Kilometer weit verbreitet, wird es zur globalen Bedrohung. Über Fisch gelangt es zudem schnell in die Nahrungskette.

In den USA sei schon jede zwölfte Frau über dem zulässigen Grenzwert mit Quecksilber belastet, vermerkt der UNEP-Bericht mit Verweis auf amerikanische Studien. Vor drei Jahren schon kam das United States Research Council zu der Einschätzung, jährlich kämen rund 60.000 Babys mit erhöhtem Risiko für Hirn- und Nervenschäden auf die Welt. Andere Forscher gehen sogar von bis zu 300.000 betroffenen Säuglingen allein in den USA aus. Weltweit gebe es Millionen junge Quecksilber-Opfer, meint UNEP.

Auf Einladung des Umweltprogramms beraten noch bis zum 7. Februar in Nairobi Umweltexperten aus über hundert Ländern über die Situation.

 

 Mehr Informationen:

UNEP

 

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