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Kernfusion: USA und China nehmen an weltweitem
Projekt teil
Die USA und China wollen sich
an dem internationalen Kernfusionsprojekt «Iter» beteiligen.
München (dpa) - Beide Länder
wollten je etwa zehn Prozent zu den Kosten beitragen, berichtete
das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) am Samstag
in München. Mit dem Testreaktor «Iter» soll das
technische Konzept zur Verschmelzung von Atomkernen nach dem Vorbild
der Sonne erprobt werden. Das Projekt gilt als wichtiger Schritt
in der weltweiten Fusionsforschung.
Das Forschungsvorhaben wird derzeit
von der EU, Japan, Kanada und Russland vorbereitet. Die Baukosten
werden auf vier Milliarden Euro geschätzt. Wesentliche Komponenten
der Anlage seien als Prototypen bereits gebaut und getestet, berichtete
das IPP. 1998 hatten sich die USA den Angaben zufolge zunächst
aus dem Projekt zurückgezogen.
Die Beteiligung der USA war den
IPP-Angaben zufolge bereits am Donnerstag in Princeton bekannt
gegeben worden. Die USA wollten sich unter anderem durch die Fertigung
einzelner Komponenten beteiligen und an Management und Forschungsarbeiten
teilhaben. Ferner habe China in einem Schreiben an die «Iter»-Partner
eine Beteiligung angeboten, berichtete das IPP unter Berufung
auf das Wissenschaftsmagazin «Nature» weiter.
Atomgegner betrachten die Kernfusion
als riskant und damit als falschen Weg in die Energiezukunft.
Physiker und Politiker sehen darin hingegen eine Chance zur Lösung
des globalen Energieproblems. Das erste richtige Kernfusionskraftwerk
könnte nach Schätzung von Experten in etwa 50 Jahren
in Betrieb gehen.
Bei der Kernfusion werden die
Wasserstoffarten Deuterium und Tritium bei einer Temperatur von
rund 100 Millionen Grad Celsius miteinander verschmolzen. Bei
der Fusion von einem Kilo Wasserstoff zu Helium werden rund 120
Millionen Kilowattstunden (kWh) frei. Das entspricht der Verbrennungswärme
von 15 Millionen Kilogramm Steinkohle. «Iter» soll
mit einer Fusionsleistung von 500 Megawatt erstmals brennendes
und Energie lieferndes Plasma erzeugen.
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