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Raumfahrt: Trinkwasser aus der Urinschleuder
Wasser ist wertvoll - ganz
besonders in 400 Kilometern Höhe über der Erde. Die
NASA testet deshalb derzeit ein neues System zum Wasserrecycling.
(jkm) - An Bord der Raumfähre
Columbia testet die NASA derzeit ein System, das die Internationale
Raumstation ISS etwas weniger abhängig von teuren Wasserlieferungen
machen soll. Mit Hilfe einer rotierenden Trommel entzieht es Urin
und Abwasser das kostbare Nass.
Bislang arbeite das Gerät
in der minimalen Schwerkraft an Bord des Shuttles einwandfrei,
so Cindy Hutchens vom Marshall Space Flight Center in Huntsville,
Alabama. "Die Daten ähneln denen, die wir am Erdboden
erhalten haben. Daher sind wir sehr zuversichtlich, was die Hardware
angeht. Der Missionspezialist Laurel Clark hat die verarbeiteten
Wasserproben als klar beschrieben - und das ist wirklich gut."
Hutchens vergleicht die Arbeitsweise
der "Vapor Compression Distillation" mit dem sonnengetriebenen
Wasserkreislauf der Erde. Da es in der Erdumlaufbahn mangels Schwerkraft
keinen Auftrieb gibt, mussten sich die Ingenieure jedoch einige
Tricks einfallen lassen.
Zunächst werden Urin und
Abwasser auf die Innenwand einer Trommel geleitet, die sich etwa
viermal pro Sekunde um die Längsachse dreht. Die Zentrifugalkraft
ersetzt die Schwerkraft. Gleichzeitig herrscht in der Trommel
ein Druck von nur etwa 7.000 Pascal (ein Fünfzehntel des
Atmosphärendrucks), so dass die Flüssigkeit schon bei
40 Grad Celsius siedet.
Während die unerwünschten
Bestandteile an der Trommelwand haften bleiben, wird der Wasserdampf
in der Mitte der Trommel aufgefangen und aus der Trommel geleitet.
Dort wird der Druck wieder erhöht, und indem das Wasser an
der Außenwand der Trommel kondensiert, heizt es diese zusätzlich
auf. Nach dem Passieren einer Filterstufe kann das derart gewonnene
Wasser als Trink- und Waschwasser oder für die Zubereitung
von Speisen genutzt werden.
Schon jetzt stehen jedem Besatzungsmitglied
der Station pro Tag nur 17 Liter Wasser zur Verfügung - in
Deutschland liegt der tägliche Verbrauch bei etwa 130 Liter
pro Kopf. Laut Hutchens kann das kühlschrankgroße Gerät
pro Jahr etwa 2.000 Kilogramm Wasser aufarbeiten, wenn es auf
der ISS installiert wird. Zudem könne die Technik auch auf
längeren Raumflügen zum Einsatz kommen.
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