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- 30.01.2003 -

 

 

 


 

Raumfahrt: Trinkwasser aus der Urinschleuder

Wasser ist wertvoll - ganz besonders in 400 Kilometern Höhe über der Erde. Die NASA testet deshalb derzeit ein neues System zum Wasserrecycling.

(jkm) - An Bord der Raumfähre Columbia testet die NASA derzeit ein System, das die Internationale Raumstation ISS etwas weniger abhängig von teuren Wasserlieferungen machen soll. Mit Hilfe einer rotierenden Trommel entzieht es Urin und Abwasser das kostbare Nass.

Bislang arbeite das Gerät in der minimalen Schwerkraft an Bord des Shuttles einwandfrei, so Cindy Hutchens vom Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama. "Die Daten ähneln denen, die wir am Erdboden erhalten haben. Daher sind wir sehr zuversichtlich, was die Hardware angeht. Der Missionspezialist Laurel Clark hat die verarbeiteten Wasserproben als klar beschrieben - und das ist wirklich gut."

Hutchens vergleicht die Arbeitsweise der "Vapor Compression Distillation" mit dem sonnengetriebenen Wasserkreislauf der Erde. Da es in der Erdumlaufbahn mangels Schwerkraft keinen Auftrieb gibt, mussten sich die Ingenieure jedoch einige Tricks einfallen lassen.

Zunächst werden Urin und Abwasser auf die Innenwand einer Trommel geleitet, die sich etwa viermal pro Sekunde um die Längsachse dreht. Die Zentrifugalkraft ersetzt die Schwerkraft. Gleichzeitig herrscht in der Trommel ein Druck von nur etwa 7.000 Pascal (ein Fünfzehntel des Atmosphärendrucks), so dass die Flüssigkeit schon bei 40 Grad Celsius siedet.

Während die unerwünschten Bestandteile an der Trommelwand haften bleiben, wird der Wasserdampf in der Mitte der Trommel aufgefangen und aus der Trommel geleitet. Dort wird der Druck wieder erhöht, und indem das Wasser an der Außenwand der Trommel kondensiert, heizt es diese zusätzlich auf. Nach dem Passieren einer Filterstufe kann das derart gewonnene Wasser als Trink- und Waschwasser oder für die Zubereitung von Speisen genutzt werden.

Schon jetzt stehen jedem Besatzungsmitglied der Station pro Tag nur 17 Liter Wasser zur Verfügung - in Deutschland liegt der tägliche Verbrauch bei etwa 130 Liter pro Kopf. Laut Hutchens kann das kühlschrankgroße Gerät pro Jahr etwa 2.000 Kilogramm Wasser aufarbeiten, wenn es auf der ISS installiert wird. Zudem könne die Technik auch auf längeren Raumflügen zum Einsatz kommen.

 


© ArtToday

Space Shuttle: teure Wasserlieferungen ins All.

 

 Mehr Informationen:

NASA:
- Marshall Space Flight Center
- Human Space Flight

 

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