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Biotechnologie:
Zellgewebe aus dem Tintenstrahldrucker
Mit Hilfe von Tintenstrahldruckern
lässt sich Körpergewebe herstellen. Dies haben jetzt
amerikanische Forscher nachgewiesen. Sie glauben, eines Tages
komplette Organe "ausdrucken" zu können.
(jkm) - Vladimir Mironov und Thomas
Boland von der Universität South Carolina ist es nach einem
Bericht des "New Scientist" gelungen, winzige Röhrenstrukturen
aus lebenden Zellen herzustellen. Das Zellmaterial wird dazu mit
einem speziellen Gel vermischt, das Anna Gutowska vom Pacific
Northwest National Laboratory in Richland, Washington, entwickelt
hat. Bei Temperaturen bis zu 20 Grad Celsius bleibt das Gel flüssig,
ab 32 Grad Celsius härtet es aus. Im flüssigen Zustand
kann es über die Patronen herkömmlicher Tintendrucker
ausgegeben werden.
Zuerst wird das zellhaltige Gel
in mehreren dünnen Schichten übereinander gedruckt.
Wenn die Zellen miteinander in Kontakt kommen, wachsen sie zu
einem Gewebe zusammen. Das stützende Gel kann danach entfernt
werden, ohne die organische Struktur zu verletzen. In ihren Versuchen
konnten die Forscher auf diese Weise einzelne Hamsterzellen zu
kleinen Röhren verwachsen lassen.
"Es handelt sich um eine
sehr aufregende Technologie, die einige der größten
Hindernisse in der Gewebezüchtung beseitigen könnte",
sagte Anthony Atala von der Harvard Medical School in Boston dem
Magazin "New Scientist".
Durch den Einsatz von Farbpatronen
mit mehreren Gel-Kammern ist es theoretisch möglich, verschiedene
Zelltypen zu mischen und so komplexe Organe heranwachsen zu lassen.
In der Praxis funktioniert dies noch nicht, weil die Zellen im
Gel nur einige Stunden lebensfähig sind.
Mirnov und Boland wollen sich
deshalb fürs erste darauf konzentrieren, ihr Verfahren für
das Züchten von Arterien und Venen zu perfektionieren.
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