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Robben: Indianer betrieben nachhaltige
Jagd
Die Indianer haben die Robbenbestände
an der Westküste Nordamerikas nicht gefährdet, hat ein
amerikanischer Anthropologe ermittelt.
(jkm) - Erst die kommerzielle
Jagd durch die Russen ab 1790 und später durch weiße
Amerikaner habe beinahe zur Ausrottung der pazifischen Pelzrobbe
geführt. Die weißen Jäger hätten sogar mehr
Robbenbestände vernichtet, als bisher angenommen.
Bei Ausgrabungen auf der Olympic-Halbinsel
entdeckte Michael Etnier von der University of Washington in Seattle
ein Indianerdorf, das unmittelbar neben einem großen Rastplatz
von Pelzrobben gelegen haben muss. Darauf deuten über 60.000
Fragmente von Robbenknochen hin, die dort zwischen dem 12. und
18. Jahrhundert im Sediment eingelagert worden waren. Darunter
fanden sich auch Knochenstücke von Robbenbabys, die bei ihrem
Tod jünger als vier Monate waren und daher noch nicht weit
schwimmen konnten.
Trotz der engen Nachbarschaft
von Mensch und Tier waren die Pelzrobben zu keinem Zeitpunkt ernsthaft
gefährdet, so der Forscher. Von Robben sei bekannt, dass
ihre Körpergröße mit abnehmender Populationsdichte
steige. Die Zahn- und Knochenreste stammten jedoch von einer Robbenpopulation,
die über viele Jahrhunderte eine gleichbleibend geringe Körpergröße
aufgewiesen habe.
Von Monterey in Kalifornien bis
zu den Inseln in der Beringstraße fanden Etnier und andere
Forscher zahlreiche Plätze, an denen Pelzrobben in der Vergangenheit
ihren Nachwuchs zur Welt gebracht hatten. "Die Bestände
blieben bis in die frühe historische Zeit hinein stabil",
so der Wissenschaftler. "Erst mit der kommerziellen Jagd
in historisch jüngerer Zeit wurden sie gefährdet".
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