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- 22.01.2003 -

 

 

 


 

Robben: Indianer betrieben nachhaltige Jagd

Die Indianer haben die Robbenbestände an der Westküste Nordamerikas nicht gefährdet, hat ein amerikanischer Anthropologe ermittelt.

(jkm) - Erst die kommerzielle Jagd durch die Russen ab 1790 und später durch weiße Amerikaner habe beinahe zur Ausrottung der pazifischen Pelzrobbe geführt. Die weißen Jäger hätten sogar mehr Robbenbestände vernichtet, als bisher angenommen.

Bei Ausgrabungen auf der Olympic-Halbinsel entdeckte Michael Etnier von der University of Washington in Seattle ein Indianerdorf, das unmittelbar neben einem großen Rastplatz von Pelzrobben gelegen haben muss. Darauf deuten über 60.000 Fragmente von Robbenknochen hin, die dort zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert im Sediment eingelagert worden waren. Darunter fanden sich auch Knochenstücke von Robbenbabys, die bei ihrem Tod jünger als vier Monate waren und daher noch nicht weit schwimmen konnten.

Trotz der engen Nachbarschaft von Mensch und Tier waren die Pelzrobben zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet, so der Forscher. Von Robben sei bekannt, dass ihre Körpergröße mit abnehmender Populationsdichte steige. Die Zahn- und Knochenreste stammten jedoch von einer Robbenpopulation, die über viele Jahrhunderte eine gleichbleibend geringe Körpergröße aufgewiesen habe.

Von Monterey in Kalifornien bis zu den Inseln in der Beringstraße fanden Etnier und andere Forscher zahlreiche Plätze, an denen Pelzrobben in der Vergangenheit ihren Nachwuchs zur Welt gebracht hatten. "Die Bestände blieben bis in die frühe historische Zeit hinein stabil", so der Wissenschaftler. "Erst mit der kommerziellen Jagd in historisch jüngerer Zeit wurden sie gefährdet".

 


© ArtToday

Pelzrobbe
(Callorhinus ursinus)

 

 Mehr Informationen:

University of Washington

Über Robben

 

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