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Ameisen: Hegen und Jäten seit 50
Millionen Jahren
Seit 50 Millionen Jahren legen
Blattschneiderameisen Pilzgärten an, die sie mit Nährstoffen
versorgen. Von Anfang an litt diese bemerkenswerte Landwirtschaft
unter einem hartnäckigen Unkraut.
(jkm) - Wie amerikanische und
kanadische Biologen im Magazin "Science" berichten,
reagierte ein parasitischer Pilz auf sämtliche Veränderungen
der Ameisen und ihrer Symbionten und liefert sich mit ihnen noch
heute ein evolutionäres Wettrüsten.
Frühere Arbeiten hatten gezeigt,
dass die Entwicklung der Ameisen und ihrer Pilzsymbionten eng
aneinander gekoppelt war und nur selten einzelne Ameisenarten
ihre bevorzugte Pilzart gewechselt hatten. Über die Rolle
des Parasiten, der ganze Pilzgärten und damit Ameisenkolonien
vernichten kann, war jedoch nichts bekannt. Mit Hilfe von DNA-Analysen
ermittelten Cameron Currie von der Kansas University in Lawrence
und seine Kollegen nun den Stammbaum des parasitischen Pilzes.
Die Resultate deuten darauf hin,
dass der Parasit kurz nach Beginn der fruchtbaren Beziehung zwischen
Ameisen und "Nutzpilzen" auf der Bildfläche erschien.
So zeigt der Stammbaum, dass die heutigen Stämme des Parasiten
auf eine einzige Urform zurückgehen. Deren Evolution verlief
parallel zur Entwicklung sowohl der Ameisen als auch ihrer Symbionten,
so dass bestimmte Gruppen des Parasiten heute auf bestimmte Gruppen
von Ameisen-Nutzpilz-Paaren spezialisiert sind. Lediglich dort,
wo Ameisen in jüngerer Zeit ihre Symbionten gewechselt haben,
scheint eine Reaktion des Parasiten noch auszustehen.
Erst vor einigen Jahren war entdeckt
worden, dass die Ameisen mit einer Art Unkrautvernichtungsmittel
arbeiten. An bestimmten Körperstellen tragen die Tiere Bakterien,
mit deren Antibiotika sie das Wachstum des parasitischen Pilzes
eindämmen. "Die Ameisen-Feldfrucht-Parasit-Bakterien-Verbindung
ist damit eine Vierer-Symbiose und eine der komplexesten symbiotischen
Assoziationen, die bislang in der Natur gefunden worden sind",
schreiben Currie und seine Kollegen.
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