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- 13.01.2003 -

 

 

 

 

 


 

Bevölkerung:

Kleine Haushalte bedrohen Artenvielfalt

Die Artenvielfalt in der Natur leidet mehr unter der zunehmenden Zahl von Mini-Haushalten als unter einem generellen Bevölkerungswachstum.

(jkm) - Nicht nur die wachsende Weltbevölkerung belastet die Umwelt. Mindestens ebenso schwer wiegt die Tatsache, dass die Menschen in immer kleineren Haushalten wohnen, berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin "Nature". Selbst in Ländern mit abnehmender Einwohnerzahl ist die Zahl der Haushalte demnach deutlich gestiegen.

"Eine Reduktion der mittleren Haushaltsgröße strapaziert Ressourcen und Biodiversität gleich doppelt", schreiben Jianguo Liu von der Michigan State University in East Lansing und seine Kollegen. Einerseits benötigten mehr Haushalte mehr Platz und Baustoffe wie Holz, Beton oder Stahl. Andererseits würden die Ressourcen in kleinen Haushalten weniger effizient genutzt. Beispielsweise steige der Energieverbrauch pro Kopf und damit der Ausstoß von Treibhausgasen.

Für 141 Länder ermittelten Liu und sein Team, wie sich die Einwohnerzahl, die Zahl der Haushalte und die mittlere Haushaltsgröße in den letzten Jahren verändert hatten. Etwa die Hälfte dieser Länder beherbergt so genannte Hotspots der Biodiversität - Gebiete mit besonders vielen, teilweise bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Und ausgerechnet in solchen Ländern wuchs die Haushaltszahl deutlich schneller als die Bevölkerung, berichten die Forscher in einem online veröffentlichten Artikel.

Zwischen 1985 und 2000 stieg die Bevölkerung der Hotspot-Länder pro Jahr um 1,8 Prozent, die Zahl der Haushalte dagegen um jährlich 3,1 Prozent. In Brasilien beispielsweise sank die mittlere Haushaltsgröße von fast 5 Personen im Jahr 1991 auf etwa 3,7 Personen im Jahr 2000. Allein dieser Faktor habe dem Land 4,6 Millionen zusätzliche Haushalte beschert, so die Forscher.

Für alle Hotspot-Länder summierten sich die Zahlen auf 155 Millionen zusätzliche Haushalte im Jahr 2000. Bis zum Jahr 2015 könnten weitere 233 Millionen hinzukommen. Dementsprechend stark würden Energie- und Flächenverbrauch in diesen Ländern mit besonders wertvollen Gebieten steigen. In Ländern ohne Biodiversitäts-Hotspots wuchsen die Bevölkerung und die Zahl der Haushalte dagegen ähnlich stark um 1,7 Prozent pro Jahr.

 

 Mehr Informationen:

nature science update

National Science Foundation

Biodiversity Hotspots

vista verde: Biodiversität

 

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