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Bevölkerung:
Kleine Haushalte bedrohen Artenvielfalt
Die Artenvielfalt in der Natur
leidet mehr unter der zunehmenden Zahl von Mini-Haushalten als
unter einem generellen Bevölkerungswachstum.
(jkm) - Nicht nur die wachsende
Weltbevölkerung belastet die Umwelt. Mindestens ebenso schwer
wiegt die Tatsache, dass die Menschen in immer kleineren Haushalten
wohnen, berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin "Nature".
Selbst in Ländern mit abnehmender Einwohnerzahl ist die Zahl
der Haushalte demnach deutlich gestiegen.
"Eine Reduktion der mittleren
Haushaltsgröße strapaziert Ressourcen und Biodiversität
gleich doppelt", schreiben Jianguo Liu von der Michigan State
University in East Lansing und seine Kollegen. Einerseits benötigten
mehr Haushalte mehr Platz und Baustoffe wie Holz, Beton oder Stahl.
Andererseits würden die Ressourcen in kleinen Haushalten
weniger effizient genutzt. Beispielsweise steige der Energieverbrauch
pro Kopf und damit der Ausstoß von Treibhausgasen.
Für 141 Länder ermittelten
Liu und sein Team, wie sich die Einwohnerzahl, die Zahl der Haushalte
und die mittlere Haushaltsgröße in den letzten Jahren
verändert hatten. Etwa die Hälfte dieser Länder
beherbergt so genannte Hotspots der Biodiversität - Gebiete
mit besonders vielen, teilweise bedrohten Tier- und Pflanzenarten.
Und ausgerechnet in solchen Ländern wuchs die Haushaltszahl
deutlich schneller als die Bevölkerung, berichten die Forscher
in einem online veröffentlichten Artikel.
Zwischen 1985 und 2000 stieg die
Bevölkerung der Hotspot-Länder pro Jahr um 1,8 Prozent,
die Zahl der Haushalte dagegen um jährlich 3,1 Prozent. In
Brasilien beispielsweise sank die mittlere Haushaltsgröße
von fast 5 Personen im Jahr 1991 auf etwa 3,7 Personen im Jahr
2000. Allein dieser Faktor habe dem Land 4,6 Millionen zusätzliche
Haushalte beschert, so die Forscher.
Für alle Hotspot-Länder
summierten sich die Zahlen auf 155 Millionen zusätzliche
Haushalte im Jahr 2000. Bis zum Jahr 2015 könnten weitere
233 Millionen hinzukommen. Dementsprechend stark würden Energie-
und Flächenverbrauch in diesen Ländern mit besonders
wertvollen Gebieten steigen. In Ländern ohne Biodiversitäts-Hotspots
wuchsen die Bevölkerung und die Zahl der Haushalte dagegen
ähnlich stark um 1,7 Prozent pro Jahr.
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