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Golfkriegsveteranen: Unfruchtbar durch
Schutzmittel?
Während des Golfkriegs
zum Schutz vor Nervengas und Insekten verabreichte Mittel könnten
US-Soldaten unfruchtbar gemacht haben, glauben amerikanische Mediziner.
(jkm) - Im Tierversuch schädigt
die kombinierte Gabe der drei Mittel das Hodengewebe von Ratten,
berichten die Forscher im "Journal of Toxicology and Environmental
Health". Bei früheren Versuchen hatten sie bereits Schädigungen
des Zentralnervensystems festgestellt.
"Das Militär setzte
diese Chemikalien in der besten Absicht ein", sagt Mohamed
Abou-Donia, einer der Forscher. "Es scheint jedoch, dass
die Vorsichtsmaßnahmen einige Probleme verhinderten und
gleichzeitig neue schufen." Nun müsse man den Mechanismus
der Schädigung aufdecken, um den Soldaten optimalen Schutz
bei einem möglichst geringen Risiko zukommen lassen zu können.
Bei den Mitteln handelt es sich
um das Insektenrepellens DEET, das Insektizid Permethrin und um
Pyridostigminbromid zur Neutralisierung von Nervengasen. Abou-Donia
und seine Kollegen fanden nun, dass diese Substanzen bei gemeinsamer
Verabreichung Zelltod und Gewebeschäden in den Hoden von
Ratten auslösten. Wurden die Tiere gleichzeitig moderatem
Stress ausgesetzt, fiel die Schädigung sogar noch stärker
aus.
Am stärksten betroffen waren
Keimzellen sowie Spermatozyten, aus denen sich Spermien entwickeln.
Auch die Samenkanälchen, in denen die Samenzellen heranreifen,
und die als Nährzellen fungierenden Sertoli-Zellen wurden
in Mitleidenschaft gezogen. "In Gegenwart mehrerer Chemikalien
zeigten die Hoden schwere Degeneration", so Abou-Donia. "Dies
deutet auf einen synergistischen oder additiven Effekt der Chemikalien
hin."
Bereits im letzten Jahr hatten
der Forscher und seine Kollegen über ähnliche Experimente
berichtet, bei denen sie eine erhöhte Durchlässigkeit
der Blut-Hirn-Schranke beobachteten. Und obwohl die Tiere äußerlich
normal wirkten, fanden die Forscher zahlreiche abgestorbene Nervenzellen
in Großhirnrinde, Kleinhirn und Hippocampus.
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