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Klimasprung: Mehr Wasser in nordamerikanischen
Flüssen
Die Wasserführung der
nordamerikanischen Flüsse ist um das Jahr 1970 sprunghaft
angestiegen, haben zwei amerikanische Geowissenschaftler ermittelt.
(jkm) - Wie die Forscher im Fachblatt
"Geophysical Research Letters" schreiben, signalisiert
dieser abrupte Wandel vermutlich einen Umschwung im Klimasystem.
Planer und Entscheidungsträger sollten sich darauf einstellen,
dass das künftige Verhalten der Flüsse nicht unbedingt
vorhersagbar sei.
Zwar hatten frühere Untersuchungen
bereits eine verstärkte Wasserführung der Flüsse
in den Festlandstaaten der USA aufgezeigt. Diese Studien hatten
sich jedoch nicht auf die Art des Anstiegs - ob allmählich
oder abrupt - konzentriert. Gregory McCabe und David Wolock vom
Geologischen Dienst der Vereinigten Staaten untersuchten nun Daten
der Jahre 1941 bis 1999 gezielt auf eine plötzliche Veränderung
des Wasserkreislaufs.
Tatsächlich belegen ihre
Analysen einen solchen Sprung: Zu Beginn der 70er-Jahre stiegen
die minimale und die mittlere tägliche Wasserführung
der nordamerikanischen Flüsse demnach abrupt an und blieben
seitdem auf dem höheren Niveau. Vor allem für die Flüsse
im Osten der Vereinigten Staaten ließ sich dieser Anstieg
feststellen.
"Die Unterscheidung zwischen
einem abrupten und einem graduellen Anstieg der Wasserführung
ist von Bedeutung, da sich daraus unterschiedliche Schlussfolgerungen
ergeben", so die Forscher. Ein allmählicher Anstieg
werde sich vermutlich auch in Zukunft fortsetzen. Ein abrupter
Anstieg sei jedoch ein Zeichen dafür, dass das Klimasystem
einen neuen Zustand eingenommen habe, "der wahrscheinlich
relativ konstant bleiben wird, bis sich die nächste schlagartige
Veränderung vollzieht."
Erst kürzlich hatte eine
Forschergruppe um Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für
Klimafolgenforschung berichtet, dass die Wasserführung der
eurasischen, in das Nordpolarmeer mündenden Ströme in
den letzten 70 Jahren um etwa sieben Prozent gestiegen ist. Eine
solche Entwicklung war als Folge der globalen Erwärmung vorhergesagt
worden. Sollte sie sich fortsetzen, könnte der vermehrte
Süßwassereinstrom die atlantische Wasserzirkulation
und damit den Wärmetransport in nördliche Breiten stören,
so die Forscher.
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