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- 07.01.2003 -

 

 

 


 

Klimasprung: Mehr Wasser in nordamerikanischen Flüssen

Die Wasserführung der nordamerikanischen Flüsse ist um das Jahr 1970 sprunghaft angestiegen, haben zwei amerikanische Geowissenschaftler ermittelt.

(jkm) - Wie die Forscher im Fachblatt "Geophysical Research Letters" schreiben, signalisiert dieser abrupte Wandel vermutlich einen Umschwung im Klimasystem. Planer und Entscheidungsträger sollten sich darauf einstellen, dass das künftige Verhalten der Flüsse nicht unbedingt vorhersagbar sei.

Zwar hatten frühere Untersuchungen bereits eine verstärkte Wasserführung der Flüsse in den Festlandstaaten der USA aufgezeigt. Diese Studien hatten sich jedoch nicht auf die Art des Anstiegs - ob allmählich oder abrupt - konzentriert. Gregory McCabe und David Wolock vom Geologischen Dienst der Vereinigten Staaten untersuchten nun Daten der Jahre 1941 bis 1999 gezielt auf eine plötzliche Veränderung des Wasserkreislaufs.

Tatsächlich belegen ihre Analysen einen solchen Sprung: Zu Beginn der 70er-Jahre stiegen die minimale und die mittlere tägliche Wasserführung der nordamerikanischen Flüsse demnach abrupt an und blieben seitdem auf dem höheren Niveau. Vor allem für die Flüsse im Osten der Vereinigten Staaten ließ sich dieser Anstieg feststellen.

"Die Unterscheidung zwischen einem abrupten und einem graduellen Anstieg der Wasserführung ist von Bedeutung, da sich daraus unterschiedliche Schlussfolgerungen ergeben", so die Forscher. Ein allmählicher Anstieg werde sich vermutlich auch in Zukunft fortsetzen. Ein abrupter Anstieg sei jedoch ein Zeichen dafür, dass das Klimasystem einen neuen Zustand eingenommen habe, "der wahrscheinlich relativ konstant bleiben wird, bis sich die nächste schlagartige Veränderung vollzieht."

Erst kürzlich hatte eine Forschergruppe um Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung berichtet, dass die Wasserführung der eurasischen, in das Nordpolarmeer mündenden Ströme in den letzten 70 Jahren um etwa sieben Prozent gestiegen ist. Eine solche Entwicklung war als Folge der globalen Erwärmung vorhergesagt worden. Sollte sie sich fortsetzen, könnte der vermehrte Süßwassereinstrom die atlantische Wasserzirkulation und damit den Wärmetransport in nördliche Breiten stören, so die Forscher.

 

 Mehr Informationen:

U.S. Geological Survey:
- Die Studie
- WaterWatch

Bundesanstalt für Gewässerkunde:
- Hydrologischer Atlas von Deutschland
- Aktuelle Wasserstände

vista verde: Klimawandel

 

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