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Arktis:
Meeresvögel verfrachten Radioaktivität
an Land
Seevögel tragen im Meer
vorhandene Radioaktivität in konzentrierter Form an Land,
haben norwegische Wissenschaftler entdeckt.
(jkm) - Die Exkremente der Vögel
enthalten erhöhte Mengen radioaktiver Isotope, so die Forscher.
Indem Pflanzen das Material als Dünger verwerten, könnte
die Radioaktivität weiter aufkonzentriert werden und in die
Nahrungsketten gelangen, schreibt das Magazin "New Scientist"
in seiner neuen Ausgabe.
Mark Dowdall und seine Kollegen
von der Norwegischen Strahlenschutzbehörde in Tromsø
untersuchten Boden-, Vegetations- und Vogelkot-Proben von den
Svalbard-Inseln, zu denen auch Spitzbergen gehört. Es zeigte
sich, dass die Exkremente von Papageientauchern, Dreizehenmöwen
und Eissturmvögeln aus zwei Vogelkolonien zehnmal mehr radioaktive
Isotope enthielten als Proben von anderen Stellen der Inseln.
Besonders hoch waren die Konzentrationen
der natürlich vorkommenden Isotope Uran-238 und Radium-226
und die des künstlich hergestellten Cäsium-137. Auch
in den Pflanzen, die in der Nähe der zwei Kolonien auf dem
reichlich vorhandenen Dünger wuchsen, stellten die Forscher
erhöhte Konzentrationen der Isotope fest. "Dies bedeutet,
dass niedrige Konzentrationen in der arktischen Umgebung nicht
niedrig bleiben, sondern steigen", so Dowdall gegenüber
dem Magazin.
Ihn beunruhigt vor allem, dass
die kontaminierten Pflanzen von Rentieren gefressen werden könnten
und die Radioaktivität damit in die Nahrungsketten gelangen
würde. "Wir reden hier über eine äußerst
verletzliche Umwelt", so der Forscher.
Sollten weitere Untersuchungen
bestätigen, dass die Vögel die Radioaktivität förmlich
in die terrestrischen Nahrungsketten "pumpen", müssten
bisherige Abschätzungen des Strahlungsrisikos für Menschen
und Tiere neu überdacht werden.
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