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«Raspberry» heißt
«Gute Nacht»:
Orang Utans haben ein «Kulturerbe»
Auch Orang Utans haben ein
«Kulturerbe»: Die Affen geben nach Erkenntnis eines
internationalen Forscherteams seit mindestens 14 Millionen Jahren
bestimmte Verhaltensweisen an die nächste Generation weiter.
Washington
(dpa) - Zu diesem Erbe gehören etwa das Wissen, wie sich
Blätter als Handschuhe nutzen lassen, und auch einfache Signallaute,
wie Carel van Schaik von der Duke Universität in Chapel Hill
(US-Staat North Carolina) und Kollegen im US-Fachjournal «Science»
(Bd. 299, S. 102) berichten.
So teilen einige wilde Orang-
Utans ihre Absicht mit, sich demnächst zur Ruhe zu begeben.
Die Affen nutzen dazu nach Auskunft der Forscher ein unartikuliertes
Schnauben, das im englischen Sprachraum als «Raspberry»-Laut
bezeichnet wird. Bei den Orang-Utans bedeutet es demnach so viel
wie «Gute Nacht».

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ArtToday
Bis zu 15.000
Borneo Orang Utans (Pongo pygmaeus) soll es nach neuesten
Untersuchungen noch geben.
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Auch die Fähigkeit der Primaten,
mit Händen oder Blättern einen Schalltrichter vor dem
Mund zu formen und mit Stöcken Insekten aus einem Baumstamm
oder fettreiche Kerne aus stacheligen Früchten zu holen,
zählen die Wissenschaftler zum Kulturgut. Van Schaiks Team
fand 24 solcher erlernten Verhaltensweisen bei der Beobachtung
sechs wild lebender Orang-Utan-Populationen auf den indonesischen
Inseln Borneo und Sumatra.
Diese Verhaltensweisen unterscheiden
sich von einer zur anderen Population im gleichen Lebensraum.
Aus dieser Tatsache schließen die Forscher, dass es sich
tatsächlich um Kulturgut handelt und nicht um eine Anpassung
der jüngsten Generation an ihre Umgebung.
«Wir fanden außerdem,
dass das Verhaltensrepertoire mit der Zahl der Kontakte wuchs,
das heißt mit der Möglichkeit der Orang-Utans, von
anderen zu lernen», erläutert van Schaik. «Unsere
Ergebnisse geben zu erkennen, dass die Vorfahren von Mensch und
Menschenaffen bereits eine recht fundierte kulturelle Basis geschaffen
hatten, auf die jene aufbauen konnten.»
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