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Urbanisierung:
Städte verschlingen produktivste
Böden
Wachsende Städte verschlingen
die wertvollsten Böden der Erde, haben amerikanische Geowissenschaftler
entdeckt.
(jkm) - Die Umwandlung von besonders
fruchtbarem Land in Bauland oder Rasenflächen wirke sich
nicht nur auf die Kohlendioxidbilanz aus. Gerade in Entwicklungsländern
könne sich die Verstädterung empfindlich auf die Produktion
von Nahrungsmitteln auswirken, berichtet das Magazin "New
Scientist" in seiner neuen Ausgabe.
Marc Imhoff vom Goddard Space
Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, und seine Kollegen
nutzten Daten eines Wettersatelliten, um die Ausdehnung der US-Städte
und ihrer Vororte zu ermitteln. Normalerweise vermisst der Satellit
das von Wolken ins All reflektierte Mondlicht, in wolkenlosen
Nächten erfasst er dagegen Straßenbeleuchtung, Ölfelder
oder Waldbrände. Mit Hilfe anderer Satellitendaten ermittelte
das Team die jeweilige Vegetationsdichte und schätze anhand
der örtlichen Niederschlagsmengen und Temperaturen die von
die Produktivität der Pflanzen.
Mitte der 90er-Jahre kosteten
Stadtflächen die Vereinigten Staaten demnach jährlich
40 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Obwohl Stadtflächen nur
etwa drei Prozent der gesamten Landfläche der USA einnehmen,
entspricht dieser Wert fast genau der Netto-Kohlenstoffmenge,
die von Pflanzen auf den 29 Prozent landwirtschaftlich genutzter
Fläche gebunden wird. "Dies bedeutet, dass wir ausgerechnet
die besten Böden urbanisieren", so Imhoff gegenüber
dem Magazin.
Seinen Schätzungen zufolge
büßen die USA aufgrund der Urbanisierung jährlich
91 Millionen Tonnen pflanzlicher Trockenmasse ein - rein rechnerisch
genug, um 450 Millionen Menschen zu ernähren. Zwar sei ein
Großteil dieser Pflanzenmasse nicht essbar, so der Forscher.
"Man bekommt jedoch eine Vorstellung von der biologischen
Bedeutung für das Nahrungsnetz."
Für Länder mit einer
rasch wachsenden Bevölkerung wie Indien oder China bedeute
dies, dass sie das Wachstum der Städte sehr genau kontrollieren
müssten. "Es besteht immer noch die Chance, den gleichen
Fehler nicht noch einmal zu machen."
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