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- 13.12.2002 -

 

 

 


 

Studie:

Mehr Süßwasser für das Polarmeer

Weil auf Grund vermehrter Regenfälle über Europa und Asien mehr Süßwasser ins Nordpolarmeer fließt, könnte die Wasserzirkulation im Nordatlantik merklich beeinflusst werden.

(jkm) - Das Nordpolarmeer erhält immer mehr Süßwasser von der eurasischen Landmasse, berichtet eine internationale Forschergruppe im Magazin "Science". Seit den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts ist die Wasserführung der sechs größten, in das Polarmeer mündenden Flüsse demnach um rund sieben Prozent gestiegen. Ein solcher Trend war aufgrund der globalen Erwärmung vorhergesagt worden. Sollte er sich weiter fortsetzen, könnte dies die Wasserzirkulation im Nordatlantik noch in diesem Jahrhundert merklich beeinflussen.

"Wenn übermäßig viel Süßwasser vom Land in den arktischen Ozean abläuft, könnte dies die Bildung von Tiefenwasser im Atlantik reduzieren oder verschieben", erläutert Charles Vörösmarty von der University of New Hampshire in Durham, einer der Forscher. "Dies könnte das ozeanische 'Fließband' zum Stillstand bringen, das zum Wärmetransport in nördliche Breiten beiträgt."

Aufgrund der globalen Erwärmung sollte mehr Wasser verdunsten und so zu stärkeren Niederschlägen in höheren Breiten führen. Vörösmarty und seine amerikanischen, russischen und deutschen Kollegen werteten nun Daten über die Wasserführung der Flüsse Severnaya Dvina, Petschora, Ob, Jenissei, Lena und Kolyma aus. Von 1936 bis 1999 ist das von diesen sechs Flüssen pro Jahr ins Nordpolarmeer transportierte Wasservolumen demnach um 128 Kubikkilometer gestiegen.

Im gleichen Zeitraum stieg die globale Durchschnittstemperatur am Erdboden um 0,4 Grad Celsius. Zudem fanden die Forscher, dass das jährliche "überschüssige" Wasservolumen gut mit der Stärke der Nordatlantischen Oszillation korrespondiert. Letztere kennzeichnet die winterliche Druckdifferenz zwischen Azoren-Hoch und Island-Tief. Ist sie besonders stark, schaufeln die zwei Drucksysteme besonders viel feucht-milde atlantische Luft nach Europa. Dementsprechend sollte auch die Wasserführung der Flüsse steigen.

Das Intergovernmental Panel on Climate Change sagt bis zum Jahr 2100 einen Temperaturanstieg um 1,4 bis 5,8 Grad Celsius voraus. Unter diesen Bedingungen könnte die Wasserführung der sechs Flüsse um weitere 70 Prozent steigen, extrapolieren die Forscher. Ein derart starker Süßwassereinstrom könne die Wasserzirkulation im Atlantik deutlich stören. "Umso dringender ist es, unser Verständnis der aneinander gekoppelten Land-, Wasser- und Atmosphären-Komponenten des arktischen Wasserkreislaufs zu verbessern."

 

 Mehr Informationen:

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: Stefan Rahmstorf

Ecosystems Center, Marine Biological Laboratory

Max-Planck-Institut für Meteorologie

Die Nordatlantische Oszillation

Über das nordatlantische Tiefenwasser

 

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