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- 13.12.2002 -

 

 

 

 


 

Hoffnung:

Neuer Wirkstoff für Malaria-Behandlung

Ermutigende Resultate zu einem neuen Malaria-Wirkstoff präsentieren gabunische und deutsche Mediziner im Fachblatt "The Lancet".

(jkm) - Der Großteil der mit der Substanz Fosmidomycin behandelten Patienten war demnach binnen 48 Stunden frei von dem Parasiten. Die Ergebnisse ließen jedoch einige Fragen offen, so die Forscher, daher seien weitere Studien besonders auch an Kindern nötig.

Die Gruppe um Peter Kremsner von der Universität Tübingen führte ihre Versuche am Albert-Schweitzer-Hospital in Lambaréné im westafrikanischen Gabun durch. Insgesamt 27 Erwachsene, die mit dem Erreger Plasmodium falciparum infiziert waren, erhielten drei, vier, oder fünf Tage lang alle acht Stunden 1,2 Gramm des Wirkstoffs. Zwei Wochen nach Behandlungsbeginn waren bei 60, 88 bzw. 89 Prozent der Patienten keine Plasmodien mehr nachweisbar.

Nebenwirkungen wie Kopf-, Bauch- oder Muskelschmerzen waren zwar relativ häufig, insgesamt wurde der Wirkstoff nach Angaben der Mediziner jedoch gut vertragen. Jedoch traten bei jenen Patienten, bei denen die Plasmodien nicht vollständig eliminiert werden konnten, vermehrt Fortpflanzungsstadien des Erregers auf. Dies könne möglicherweise die Übertragung der Krankheit beschleunigen, schreiben die Forscher. Ebenfalls müsse noch geklärt werden, wie gut das Mittel von Kindern vertragen wird.

Laut Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO treten pro Jahr rund 300 Millionen Malaria-Erkrankungen auf, mindestens eine Million Menschen sterben an der Infektion. Vor allem in Südamerika und Südostasien haben die Erreger mittlerweile Resistenzen gegen die gängigen Medikamente entwickelt. Umso dringender wird nach neuen Behandlungsmöglichkeiten gesucht.

Fosmidomycin war ursprünglich von einer japanischen Firma als Bakterizid entwickelt worden, erwies sich in der Folge jedoch als nicht genügend wirksam. Hassan Jomaa von der Universität Gießen hatte schließlich entdeckt, dass der Wirkstoff ein Enzym blockiert, das Plasmodien zur Herstellung von Isoprenoiden benötigen. Im menschlichen Körper werden diese Grundbausteine für Cholesterol und Steroide auf einem anderen Weg synthetisiert.

 

 Mehr Informationen:

Mitteilung der Universität Gießen

Medizinische Forschung am ASH Lambaréné, Gabun

Malaria-Portal der WHO

Jomaa Pharmaka GmbH

Malaria

 

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