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- 12.12.2002 -

 

 

 


 

Meisterliche "Toaster":

Wie Schmetterlinge fliegen

Obwohl der Flug der Schmetterlinge oft an ein unkontrolliertes Torkeln erinnert, handelt es sich doch um höchste fliegerische Kunst. Das haben britische Zoologen bei Windkanal-Experimenten mit Admirälen entdeckt.

(jkm) - Die großen Falter besitzen demnach ein breites Repertoire von Flugtechniken, zwischen denen sie mühelos hin und her schalten. Damit könnten die Schmetterlinge zum Vorbild für künstliche Insekten werden, schreiben die Forscher im Magazin "Nature".

"In unseren Experimenten nutzten die Schmetterlinge sämtliche der bislang vorgeschlagenen, instabilen aerodynamischen Mechanismen", so Robert Srygley und Adrian Thomas von der Universität Oxford. Häufig hätten die Tiere bei aufeinander folgenden Flügelschlägen gänzlich unterschiedliche Mechanismen eingesetzt. Flugingenieure bräuchten angesichts dieser Meisterleistung jedoch nicht zu verzweifeln: Das Umschalten zwischen verschiedenen Mechanismen geschehe durch sehr einfache Variationen des Flügelschlags.

Mit übergroßen Modellen und "angeleinten" Faltern und Fliegen haben Biologen und Techniker versucht, die Geheimnisse des Insektenflugs zu ergründen. Dabei zeigte sich, dass verschiedene Arten unterschiedliche Mechanismen einsetzen, um Auftrieb zu erzeugen. Häufig werden walzenförmige Wirbel genutzt, die sich während des Flügelschlags entlang der vorderen Flügelkante ausbilden.

Beim Schwebflug wiederum wird der Flügel durch jene Turbulenzen geführt, die er während der vorhergehenden Schlagphase selbst erzeugt hat, und gewinnt so etwas Impuls zurück. Ein dritter Mechanismus trägt den Namen "clap and fling", da die Flügel hierbei über dem Körper "zusammengeklatscht" und schnell wieder "auseinandergerissen" werden.
 


© ArtToday

Roter Admiral: "Weniger Rechenleistung als ein Toaster".


"Weniger Rechenleistung als ein Toaster"

Srygley und Thomas gelangen nun die ersten Hochgeschwindigkeitsaufnahmen von freifliegenden Insekten. Dazu ließen sie trainierte Admiräle (Vanessa atalanta) in einem Windkanal auf eine künstliche Blüte zufliegen. Feine Rauchschwaden machten die Strömung entlang der Flügel sichtbar. Die Analyse der Aufnahmen zeigte, dass die Falter verschiedene Varianten der bekannten Techniken und zusätzliche, unkonventionelle Tricks wie Flügeldrehungen oder "kraftlose" Flügelschläge einsetzten.

Der Insektenflug könne menschlichen Ingenieuren nicht nur Anregungen für Flügeldesign und Flugtechnik liefern, kommentiert Rafal Zbikowski vom Royal Military College of Science, Swindon, in der gleichen Ausgabe des Magazins. Auch die Flugsteuerung der Tiere sei verblüffend: "Bei Fliegen findet die Flugkontrolle vermutlich in einem Gehirnkomplex statt, der aus rund 3.000 Nervenzellen besteht. Damit haben diese Insekten weniger Rechenleistung als ein Toaster, dennoch sind sie agiler als mit schneller digitaler Elektronik ausgestattete Flugzeuge."

 

 Mehr Informationen:

University of Oxford

Der Admiral

Gesellschaft für Technische Biologie und Bionik: Sind Insekten die wahren Meister der Flugkunst?

vista verde:
- Insekten
- Bionik

 

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