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- 11.12.2002 -

 

 

 

 


 

Orientierung:

Strandflöhe bekommen Mondkompass vererbt

Ein kleiner Krebs wird von seinen Eltern im wahrsten Sinne des Wortes auf den rechten Weg gebracht: Italienische Biologen entdeckten, dass der Strandfloh nicht nur einen Sonnenkompass, sondern auch einen Mondkompass vererbt bekommt.

(jkm) - Derart ausgestattet, können die Tiere den kürzesten Weg in das oder aus dem Wasser einschlagen. Paaren sich Eltern von verschiedenen Stränden, werden ihre Nachkommen jedoch Querköpfe, berichten die Forscher in den "Proceedings of the Royal Society".

Strandflöhe (Talitrus saltator) sind etwa zwei Zentimeter große Bewohner von Meeresstränden, die knapp oberhalb der Wasserlinie zwischen angeschwemmten Algen und anderem Material leben. Um nicht auszutrocknen, müssen sie gelegentlich ins Wasser. Dabei finden sie den kürzesten Weg ins Meer und wieder zurück, indem sie sich am Stand von Sonne oder Mond orientieren. Bei Krebsen von verschiedenen Stränden ist der Sonnenkompass als Anpassung an den Verlauf der Küstenlinie genetisch "verstellt".

Alberto Ugolini und seine Kollegen von der Universität Florenz untersuchten nun, ob auch der Mondkompass genetisch festgelegt ist. Dazu sammelten die Biologen Strandflöhe von einem in Nord-Süd- und einem in Ost-West-Richtung verlaufenden Strand der Toskana und hielten die Tiere im Labor unter ihrem natürlichen Hell-Dunkel-Zyklus. Schließlich testeten sie, welche Richtung die Nachkommen dieser Krebse einschlugen, wenn diese zum ersten Mal in ihrem Leben den Mond sahen.

Stammten ihre Eltern vom selben Strand, schlugen die Jungkrebse unabhängig von Nachtzeit und Mondphase jene Richtung ein, die sie an ihrem Heimatstrand geradewegs aus dem Wasser geführt hätte - Norden bzw. Osten. Stammten die Eltern dagegen von unterschiedlichen Stränden, wandten die meisten Nachkommen sich gen Nordost. Ebenso wie ihre Eltern ließen sie sich durch das Spiegelbild des Mondes täuschen. Dabei schlugen sie wiederum jene Richtung ein, die dem Mittelwert der elterlichen Orientierungen entsprach.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Fähigkeit zur Nutzung des Mondes für die Orientierung zwischen Meer und Land bei Strandflöhen angeboren sei, schreiben Ugolini und seine Kollegen. "Unseres Wissens nach ist T. salvator damit die einzige Tierart, für die eine angeborene Einstellung des Mondkompasses nachgewiesen worden ist." Über den genetischen Mechanismus könne momentan jedoch nur spekuliert werden, so die Forscher.

 

 Mehr Informationen:

Sand Hopper

Kompass im Schnabel

Das Rechenzentrum der Wüstenameise

 

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