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Orientierung:
Strandflöhe bekommen Mondkompass
vererbt
Ein kleiner Krebs wird von
seinen Eltern im wahrsten Sinne des Wortes auf den rechten Weg
gebracht: Italienische Biologen entdeckten, dass der Strandfloh
nicht nur einen Sonnenkompass, sondern auch einen Mondkompass
vererbt bekommt.
(jkm) - Derart ausgestattet, können
die Tiere den kürzesten Weg in das oder aus dem Wasser einschlagen.
Paaren sich Eltern von verschiedenen Stränden, werden ihre
Nachkommen jedoch Querköpfe, berichten die Forscher in den
"Proceedings of the Royal Society".
Strandflöhe (Talitrus saltator)
sind etwa zwei Zentimeter große Bewohner von Meeresstränden,
die knapp oberhalb der Wasserlinie zwischen angeschwemmten Algen
und anderem Material leben. Um nicht auszutrocknen, müssen
sie gelegentlich ins Wasser. Dabei finden sie den kürzesten
Weg ins Meer und wieder zurück, indem sie sich am Stand von
Sonne oder Mond orientieren. Bei Krebsen von verschiedenen Stränden
ist der Sonnenkompass als Anpassung an den Verlauf der Küstenlinie
genetisch "verstellt".
Alberto Ugolini und seine Kollegen
von der Universität Florenz untersuchten nun, ob auch der
Mondkompass genetisch festgelegt ist. Dazu sammelten die Biologen
Strandflöhe von einem in Nord-Süd- und einem in Ost-West-Richtung
verlaufenden Strand der Toskana und hielten die Tiere im Labor
unter ihrem natürlichen Hell-Dunkel-Zyklus. Schließlich
testeten sie, welche Richtung die Nachkommen dieser Krebse einschlugen,
wenn diese zum ersten Mal in ihrem Leben den Mond sahen.
Stammten ihre Eltern vom selben
Strand, schlugen die Jungkrebse unabhängig von Nachtzeit
und Mondphase jene Richtung ein, die sie an ihrem Heimatstrand
geradewegs aus dem Wasser geführt hätte - Norden bzw.
Osten. Stammten die Eltern dagegen von unterschiedlichen Stränden,
wandten die meisten Nachkommen sich gen Nordost. Ebenso wie ihre
Eltern ließen sie sich durch das Spiegelbild des Mondes
täuschen. Dabei schlugen sie wiederum jene Richtung ein,
die dem Mittelwert der elterlichen Orientierungen entsprach.
Die Ergebnisse zeigten, dass die
Fähigkeit zur Nutzung des Mondes für die Orientierung
zwischen Meer und Land bei Strandflöhen angeboren sei, schreiben
Ugolini und seine Kollegen. "Unseres Wissens nach ist T.
salvator damit die einzige Tierart, für die eine angeborene
Einstellung des Mondkompasses nachgewiesen worden ist." Über
den genetischen Mechanismus könne momentan jedoch nur spekuliert
werden, so die Forscher.
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