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Atommüll: Experten favorisieren
unumkehrbare Endlagerung
Beim Bau eines Atomendlagers
favorisieren Fachleute momentan ein Konzept ohne Rückholbarkeit
des strahlenden Mülls.
Hannover (dpa) - Ein solches
Konzept bringe nach dem gegenwärtigen Stand von Wissenschaft
und Technik sowie nach dem Stand der gesellschaftlichen Diskussion
«mehr Vor- als Nachteile», sagte der Präsident
des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König,
am Donnerstag in Hannover bei einem Fachgespräch der Grünen-Landtagsfraktion.
Er wies aber darauf hin, dass eine endgültige Aussage noch
nicht möglich sei, weil der Abwägungsprozess noch laufe.
König meinte, ein Konzept,
das die Rückholbarkeit des entsorgten Atommülls vorsehe,
habe zeitliche Verzögerungen beim Bau des Endlagers zur Folge.
Bei einer Verschiebung stelle sich jedoch die Frage, wer später
noch die politische und ökonomische Kraft habe, ein Endlager
durchzusetzen. Außerdem gehe mit dem Ausstieg aus der Atomenergie
technisches Know How verloren, das auch für den Betrieb eines
Endlagers benötigt werde.
Schließlich stelle sich
bei einer Rückholbarkeit der radioaktiven Abfälle die
Frage der Sicherheit, meinte König. So müsse gewährleistet
werden, dass kernwaffenfähiges Material nicht zum Bau von
so genannten schmutzigen Bomben weitergegeben werden könne.
Der Geologe Detlef Appel, der
dem «Arbeitskreis Endlager» (AK End) angehört,
den das Bundesumweltministerium eingesetzt hat, meinte ebenfalls:
«Der AK End ist der Meinung, dass Rückholbarkeit nach
gegenwärtigem wissenschaftlichen Stand ein Sicherheitsrisiko
beim Betrieb eines Endlagers bedeutet.»
Beide Fachleute wiesen aber darauf
hin, dass bei einer Rückholbarkeit des Atommülls die
Möglichkeit bestünde, auf unvorhersehbare Ereignisse
im Endlager zu reagieren und bei neuen Sicherheitsbewertungen
nachzubessern. Angeführt werde auch die Möglichkeit,
später die in den Brennelementen enthaltenen Ressourcen nutzen
zu können.
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