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- 03.12.2002 -

 

 

 

 


 

Bionik: Besser Fliegen dank Pferdeknochen

Nach dem Vorbild der Natur wollen amerikanische Ingenieure stärkere und gleichzeitig leichtere Bauteile für Flugzeuge und Raumfahrzeuge entwickeln. Inspiration ziehen sie aus einem Pferdeknochen, der nicht dort bricht, wo er eigentlich brechen sollte.

(jkm) - Pferde laufen auf nur einem Finger bzw. einer Zehe. Daher trägt der entsprechende Mittelhandknochen im Vorderbein der Tiere, das Röhrbein, den Hauptteil der Last. Auf einer Seite dieses Knochens findet sich ein erbsengroßes Loch, durch das Blutgefäße eintreten. Und obwohl Löcher eine mechanische Struktur normalerweise schwächen, treten Brüche des Röhrbeins meist an anderen Stellen auf.

Andrew Rapoff von der University of Florida in Gainesville und seine Kollegen glauben herausgefunden zu haben, warum dies so ist. Ihre Untersuchungen und Computermodelle zeigen, dass die Knochenlamellen um das als Foramen bezeichnete Loch herum derart angeordnet sind, dass angreifende Kräfte in kräftigere Regionen des Röhrbeins abgeleitet werden. Weitere Faktoren wie etwa Variationen der Knochendichte tragen das ihre zu diesem "Kraftableiter" bei.

Um ihre Theorie zu testen, entwickelten die Forscher eine "biomimetische Platte" aus Polyurethan. Um ein Loch in dieser Platte herum variierte die Materialdichte auf die gleiche Weise wie im Röhrbein. Im Vergleich zu einer gleichmäßig dichten, ebenfalls durchlöcherten Platte hielt die nach dem natürlichen Vorbild aufgebaute Platte die doppelte Last aus. Und wenn sie schließlich doch brach, liefen die Risse stets um das Loch herum, jedoch niemals durch es hindurch.

Bei technischen Anwendungen verstärken Ingenieure Durchtrittslöcher für Kabel oder Leitungen, indem sie deren Rand mit zusätzlichem Material versehen. Dieses Vorgehen bedeutet jedoch immer ein zusätzliches Gewicht.

Die natürliche Lösung könnte laut Rapoff daher überall dort von Nutzen sein, wo es auf ein möglichst geringes Gewicht ankommt, beispielsweise bei Flugzeugen und Raumfahrzeugen. "Nun ist es an den Entwicklern und Konstrukteuren, dieses Wissen umzusetzen."

 


© ArtToday

Pferde laufen auf nur einem Finger bzw. einer Zehe.

 

 Mehr Informationen:

University of Florida, Applied Biomechanics Laboratory

Das Skelett des Pferdes

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- Bionik
- Pferde

 

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