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- 25.11.2002 -

 

 

 

 


 

Malariabekämpfung: Einsatz von DDT gefordert

Zum Abschluss der dritten Panafrikanischen Konferenz zur Bekämpfung der Malaria sprach sich der britische Wissenschaftler Christopher Whitty für den Einsatz von DDT gegen die Malariamücke aus.

(jkm) - "Als Spray nur im Haushalt eingesetzt, kann DDT die Mücken in den Griff bekommen. Dies wird die Todesrate in den Gebieten senken, in denen die Malaria-Erreger resistent geworden sind", sagte er der tansanischen Zeitung "The Guardian".

DDT tötet die Anophelesmücken, die den Malariaerreger mit ihrem Stich auf den Menschen übertragen. Doch gelten mittlerweile 24 Stämme der etwa 400 Stämme der Anophelesmücken als resistent gegen das Mittel. Auf der anderen Seite sahen sich die über 1000 Delegierten auf der Konferenz in Tansanias Hauptstadt Arusha mit der Tatsache konfrontiert, dass bisher wenig Medikamente gegen die Malaria entwickelt sind und die ersten Impfstoffe noch erprobt werden müssen.

"Wird DDT nur im Haushalt eingesetzt und nicht wie bisher in der Landwirtschaft, wird die Umwelt nicht so belastet, wie viele annehmen", so Whitty. Der Forscher der Londoner School of Hygiene and Tropical Medicine verweist auf erfolgreiche Projekte im Süden Afrikas und Mosambik. Auch Tansanias Regierung hatte vor einigen Monaten beschlossen, wieder DDT in Form von Haushaltsspray einzuführen, da der Kampf gegen die Malaria verloren schien. Jährlich sterben bis zu 2,7 Millionen Menschen an der Malaria, über drei Viertel von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren. Die meisten Erkrankungen treten in Afrika südlich der Sahelzone auf.

Umweltschützer forderten früh ein Verbot von DDT. Zunächst begann ein Siegeszug des Insektizids, nachdem der Schweizer Chemiker Müller 1948 den Nobelpreis für die Entdeckung der starken Wirkung von DDT auf Schädlinge bekam. Doch der Erfolg zeigte bald seine Schattenseiten. Das Gift tötet unterschiedslos nützliche wie schädliche Insekten und reichert sich in der Nahrungskette an. Seit 1972 ist der Einsatz von DDT in Deutschland verboten. Trotz des Verbotes sind Spuren von DDT fast in jedem Menschen nachweisbar.

 

 Mehr Informationen:

Malaria

Welthungerhilfe: Malariabekämpfung ohne DDT

Greenpeace: Geschichte des DDT

 

 Lesen Sie auch:

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