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- 22.11.2002 -

 

 

 

 


 

Uralte Bande: Mensch und Hund

Vor rund 15.000 Jahren begannen Menschen in Asien, den Wolf zu domestizieren und brachte den Hund über die Beringstraße auch nach Amerika. In der Folge lernten die Tiere derart gut, menschliches Verhalten zu deuten, dass ihr Aufstieg zum besten Freund des Menschen unaufhaltbar war.

(jkm) - Peter Savolainen vom Königlichen Institut für Technology in Stockholm und seine Kollegen sequenzierten die nahezu ausschließlich mütterlicherseits vererbte Mitochondrien-DNA von 654 Hunden. Aus dem Vergleich der Sequenzen schließen die Forscher im Magazin "Science", dass der moderne Hund auf mehrere Gründermütter aus einer einzigen Population zurückgeht. Die Zähmung dieser Tiere scheint vor etwa 15.000 Jahren in Ostasien erfolgt zu sein: Die genetische Variation ist bei Hunden aus China, Thailand, Tibet und anderen Ländern dieser Region nämlich deutlich größer als bei Hunden aus Europa oder Afrika.

Etwa ein- bis dreitausend Jahre später trotteten die Tiere mit ihren Herren über die trocken gefallene Beringstraße von Sibirien nach Nordamerika, schließen Jennifer Leonard von der University of California in Los Angeles und ihre Kollegen. Das Team untersuchte ebenfalls mitochondriale DNA aus fossilen Hundeskeletten in Mexiko, Bolivien, Peru und Alaska. Es zeigte sich, dass diese Hunde näher mit den eurasischen Hunden verwandt waren als die amerikanischen Wölfe.

Dass der Hund sich binnen weniger Jahrtausende über mehrere Kontinente ausbreitete, ist nach Ansicht der Forscher verblüffend. Selbst für den Fall, dass die Domestizierung schon deutlich früher erfolgt wäre, als es archäologischen Funde anzeigen, "muss das Verhältnis zwischen Mensch und Hund in uralten Gesellschaften neu überdacht werden."

Hunde deuten menschliches Verhalten verblüffend gut

In diesem Zusammenhang sind die Befunde des Teams um Brian Hare vom Leipziger Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie besonders spannend: Die Forscher fanden bei ihren Versuchen, dass selbst sehr junge Hunde, die noch keine Erfahrung mit Menschen haben, das menschliche Verhalten verblüffend gut deuten können.

Schon allein aus der Blickrichtung eines Menschen konnten die Tiere ablesen, wo Nahrung versteckt worden war. Wölfe oder Menschenaffen vermochten dies nicht. "Wir sind sicher, dass im Verlauf der Domestizierung einige sozial-kognitive Fähigkeiten der Hunde - in den Grenzen ihrer Art - mit denen des Menschen 'verschmolzen' sind, in einem Prozess der Kulturalisierung", erläutert Hare.

 


© ArtToday

Bester Freund des Menschen zu sein kann manchmal auch anstrengen.

 

 Mehr Informationen:

NewScientist

Max-Planck-Gesellschaft

Wie der Wolf ins Haus kam

Domestikation

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