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Uralte Bande: Mensch und Hund
Vor rund 15.000 Jahren begannen
Menschen in Asien, den Wolf zu domestizieren und brachte den Hund
über die Beringstraße auch nach Amerika. In der Folge
lernten die Tiere derart gut, menschliches Verhalten zu deuten,
dass ihr Aufstieg zum besten Freund des Menschen unaufhaltbar
war.
(jkm) - Peter Savolainen vom Königlichen
Institut für Technology in Stockholm und seine Kollegen sequenzierten
die nahezu ausschließlich mütterlicherseits vererbte
Mitochondrien-DNA von 654 Hunden. Aus dem Vergleich der Sequenzen
schließen die Forscher im Magazin "Science", dass
der moderne Hund auf mehrere Gründermütter aus einer
einzigen Population zurückgeht. Die Zähmung dieser Tiere
scheint vor etwa 15.000 Jahren in Ostasien erfolgt zu sein: Die
genetische Variation ist bei Hunden aus China, Thailand, Tibet
und anderen Ländern dieser Region nämlich deutlich größer
als bei Hunden aus Europa oder Afrika.
Etwa ein- bis dreitausend Jahre
später trotteten die Tiere mit ihren Herren über die
trocken gefallene Beringstraße von Sibirien nach Nordamerika,
schließen Jennifer Leonard von der University of California
in Los Angeles und ihre Kollegen. Das Team untersuchte ebenfalls
mitochondriale DNA aus fossilen Hundeskeletten in Mexiko, Bolivien,
Peru und Alaska. Es zeigte sich, dass diese Hunde näher mit
den eurasischen Hunden verwandt waren als die amerikanischen Wölfe.
Dass der Hund sich binnen weniger
Jahrtausende über mehrere Kontinente ausbreitete, ist nach
Ansicht der Forscher verblüffend. Selbst für den Fall,
dass die Domestizierung schon deutlich früher erfolgt wäre,
als es archäologischen Funde anzeigen, "muss das Verhältnis
zwischen Mensch und Hund in uralten Gesellschaften neu überdacht
werden."
Hunde deuten menschliches Verhalten
verblüffend gut
In diesem Zusammenhang sind die
Befunde des Teams um Brian Hare vom Leipziger Max-Planck-Institut
für Evolutionäre Anthropologie besonders spannend: Die
Forscher fanden bei ihren Versuchen, dass selbst sehr junge Hunde,
die noch keine Erfahrung mit Menschen haben, das menschliche Verhalten
verblüffend gut deuten können.
Schon allein aus der Blickrichtung
eines Menschen konnten die Tiere ablesen, wo Nahrung versteckt
worden war. Wölfe oder Menschenaffen vermochten dies nicht.
"Wir sind sicher, dass im Verlauf der Domestizierung einige
sozial-kognitive Fähigkeiten der Hunde - in den Grenzen ihrer
Art - mit denen des Menschen 'verschmolzen' sind, in einem Prozess
der Kulturalisierung", erläutert Hare.
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