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- 21.11.2002 -

 

 

 

 


 

Asteroiden und Kometen: Neue Risikoabschätzung

Die Gefahr durch Einschläge von Asteroiden ist möglicherweise geringer als bisher angenommen. Nur einmal pro Jahrtausend treffen gefährliche Objekte die Erde.

(jkm) - Jedes Jahr wird die Erde von einem rund fünf Meter großen Himmelkörper getroffen, Gesteinsbrocken mit einem Meter Durchmesser treffen sogar im Monatsrhythmus auf die Atmosphäre. Zu diesem Schluss kommen kanadische und US-Forscher im Magazin "Nature". Große Boliden, wie sie für die Explosion über der sibirischen Tunguska-Region im Jahr 1908 verantwortlich gemacht werden, treffen dagegen nur einmal pro Jahrtausend auf unseren Planeten.

"Unsere Einschlagschätzungen stellen Durchschnittswerte der vergangenen achteinhalb Jahre dar", betont Peter Brown von der University of Western Ontario im kanadischen London. Wahrscheinlich gebe es neben zufälligen auch systematische Variationen im Fluss kleinerer Objekte. "Dies würde bedeuten, dass unsere Schätzungen die untere Grenze des tatsächlichen Einschlagrisikos darstellen."

Brown und seine Kollegen werteten Daten von US-Satelliten aus, die vom amerikanischen Verteidigungs- und vom Energieministerium zur Überwachung von Kernwaffentests und für andere militärische Zwecke eingesetzt werden. Zwischen Februar 1994 und September 2002 registrierten diese Systeme 300 sekundenlange Leuchterscheinungen, die das Verglühen und Zerplatzen von ein bis zehn Meter großen Himmelskörpern in der Erdatmosphäre anzeigten.

Aus der Helligkeit dieser Lichtblitze schlossen die Forscher auf die Größe der Boliden und die beim Aufprall freigesetzte Energie. Durch Kombination mit anderen Beobachtungsreihen und akustischen Aufzeichnungen solcher Ereignisse berechneten sie dann die statistische Einschlagshäufigkeit unterschiedlich großer Objekte.

Einmal im Jahr trifft demnach ein etwa fünf Meter großer Brocken auf die Atmosphäre und setzt eine Energie von fünf Kilotonnen TNT frei. Explosionen wie jene über Sibirien, bei der rund 2.000 Quadratkilometer Taiga verwüstet worden waren, gehen dagegen auf ein 30 bis 50 Meter großes Objekt zurück und setzen die Energie von 10 Megatonnen TNT frei. Der neuen Schätzung zufolge sollten sie sich alle 1.000 Jahre ereignen. Bislang war man von einem derartigen Einschlag alle 200 bis 300 Jahre ausgegangen.

Die Daten der Forscher lassen zudem vermuten, dass die meisten Einschläge auf Asteroiden und nicht etwa auf Kometen zurückgehen. "Letztlich erweitert diese neue Schätzmethode unser Wissen darüber, wie und wann Asteroiden die Erde treffen könnten", schließt Brown.

 

 Mehr Informationen:

nature science update

University of Western Ontario

Das europäische Feuerkugelnetz

NASA Near Earth Object Program

 

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