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Asteroiden und Kometen: Neue Risikoabschätzung
Die Gefahr durch Einschläge
von Asteroiden ist möglicherweise geringer als bisher angenommen.
Nur einmal pro Jahrtausend treffen gefährliche Objekte die
Erde.
(jkm) - Jedes Jahr wird die Erde
von einem rund fünf Meter großen Himmelkörper
getroffen, Gesteinsbrocken mit einem Meter Durchmesser treffen
sogar im Monatsrhythmus auf die Atmosphäre. Zu diesem Schluss
kommen kanadische und US-Forscher im Magazin "Nature".
Große Boliden, wie sie für die Explosion über
der sibirischen Tunguska-Region im Jahr 1908 verantwortlich gemacht
werden, treffen dagegen nur einmal pro Jahrtausend auf unseren
Planeten.
"Unsere Einschlagschätzungen
stellen Durchschnittswerte der vergangenen achteinhalb Jahre dar",
betont Peter Brown von der University of Western Ontario im kanadischen
London. Wahrscheinlich gebe es neben zufälligen auch systematische
Variationen im Fluss kleinerer Objekte. "Dies würde
bedeuten, dass unsere Schätzungen die untere Grenze des tatsächlichen
Einschlagrisikos darstellen."
Brown und seine Kollegen werteten
Daten von US-Satelliten aus, die vom amerikanischen Verteidigungs-
und vom Energieministerium zur Überwachung von Kernwaffentests
und für andere militärische Zwecke eingesetzt werden.
Zwischen Februar 1994 und September 2002 registrierten diese Systeme
300 sekundenlange Leuchterscheinungen, die das Verglühen
und Zerplatzen von ein bis zehn Meter großen Himmelskörpern
in der Erdatmosphäre anzeigten.
Aus der Helligkeit dieser Lichtblitze
schlossen die Forscher auf die Größe der Boliden und
die beim Aufprall freigesetzte Energie. Durch Kombination mit
anderen Beobachtungsreihen und akustischen Aufzeichnungen solcher
Ereignisse berechneten sie dann die statistische Einschlagshäufigkeit
unterschiedlich großer Objekte.
Einmal im Jahr trifft demnach
ein etwa fünf Meter großer Brocken auf die Atmosphäre
und setzt eine Energie von fünf Kilotonnen TNT frei. Explosionen
wie jene über Sibirien, bei der rund 2.000 Quadratkilometer
Taiga verwüstet worden waren, gehen dagegen auf ein 30 bis
50 Meter großes Objekt zurück und setzen die Energie
von 10 Megatonnen TNT frei. Der neuen Schätzung zufolge sollten
sie sich alle 1.000 Jahre ereignen. Bislang war man von einem
derartigen Einschlag alle 200 bis 300 Jahre ausgegangen.
Die Daten der Forscher lassen
zudem vermuten, dass die meisten Einschläge auf Asteroiden
und nicht etwa auf Kometen zurückgehen. "Letztlich erweitert
diese neue Schätzmethode unser Wissen darüber, wie und
wann Asteroiden die Erde treffen könnten", schließt
Brown.
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