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Afrika: Verwüstung mit Mix aus Volks-
und Forscherwissen bremsen
Eine Kombination aus traditionellem
Volkswissen und den Erkenntnissen westlicher Forscher soll Afrikas
Wüstenrandgebiete retten.
Nairobi (dpa) - Mit einem 50-Millionen-Dollar-Programm
(50 Millionen Euro) leiteten das UN-Umweltprogramm (UNEP) und
die Beratungsgruppe für Internationale Landwirtschaftsforschung
(CGIAR) eine neue Phase ihres fünf Jahre alten Wüstenrand-Programms
ein. Menschen sowie bedrohte Pflanzen- und Tierarten in Wüstenrandregionen
neun afrikanischer Staaten sollen zunächst davon profitieren,
erklärte UNEP-Exekutivsekretär Klaus Töpfer in
Kenias Hauptstadt Nairobi.
Aufbauend auf bisherigen Kenntnissen
sollen mit Hilfe der lokalen Bevölkerung in Trockengebieten
von Ländern wie Simbabwe, Senegal, Niger oder Kenia die Lebensbedingungen
verbessert werden. «In den Randgebieten leben rund 22 Millionen
Menschen. Für sie, aber auch für die einzigartige Tier-
und Pflanzenwelt dort, müssen wir handeln», sagte Töpfer.
Bereits jetzt seien 66 Prozent
des Kontinents Wüsten- oder Trockengebiete. Knapp die Hälfte
Afrikas sei von Wüstenausdehnung bedroht. Die neue Programmphase
mit bedeutender Unterstützung des internationalen Fonds «Globale
Umwelteinrichtung» (Global Environment Facility/GEF) bedeute
auch Armutsbekämpfung.
Die Bevölkerung der Wüstenrandgebiete
hätte über Jahrtausende, entsprechende Überlebens-
und Landwirtschaftstechniken erlernt, um in ihrer Umgebung zu
bestehen, erklärte Programm-Koordinator Saidou Koala. «Doch
rapides Bevölkerungswachstum und durch Globalisierung veränderte
Strukturen bringen die Menschen, Tiere und Pflanzen dieser Landschaften
in große Gefahr.»
Mit dem Wissen der Einheimischen
könnten einerseits die Gründe für die Verwüstung
ermittelt werden. «Andererseits könnte es genutzt werden,
um mit der dortigen Artenvielfalt wertvolle neue Naturmittel für
die Landwirtschaft und Industrie des 21. Jahrhunderts zu entwickeln»,
sagte Koala.
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